Welche Geschichten verbinden Muslime mit christlich geprägten Deutschen und umgekehrt? In der Serie "Muslimische Momente" erzählen Politiker, Schriftsteller, Redakteure, Krankenschwestern und Arbeiter von ihren Berührungspunkten zwischen den Kulturen, Konfessionen und Glaubenswelten.

Vor einigen Monaten rief mich eine Journalistin (XX) einer bundesweiten Tageszeitung an. Es ging um ein Telefon-Interview zum Thema Islam.

XX: Guten Tag. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen. Wollen wir gleich anfangen?

Dunja Hayali: Klar, gern, nur eines vorweg: Sie wissen ja, dass ich keine Muslima bin?

XX: Wie jetzt? Sie kommen doch aus dem Irak.

Hayali: Also auch das stimmt nur zum Teil. Meine Eltern kommen aus dem Irak, ich bin in Deutschland geboren. Aber so oder so, mein Vater ist syrisch-orthodox, und meine Mutter ist Katholikin – genauso wie ich. Ich war sogar mal Messdienerin.

XX: Aber sind nicht alle Perser Muslime? 

Hayali: Äääääähhh, also ganz grob erklärt: Nur die Iraner sind Perser, alle anderen, dementsprechend auch die Iraker, sind Araber.

XX: Sie sind Araberin?

Hayali: Gefühlt richtig und natürlich auch Deutsche, aber eben definitiv keine Perserin.

XX: Und Muslima.

Hayali: Nein, immer noch nicht.