Welche Geschichten verbinden Muslime mit christlich geprägten Deutschen und umgekehrt? In der Serie "Muslimische Momente" erzählen Politiker, Schriftsteller, Redakteure, Krankenschwestern und Arbeiter von ihren Berührungspunkten zwischen den Kulturen, Konfessionen und Glaubenswelten.

Begegnungen zwischen Muslimen und den christlich-geprägten Deutschen. Serie © Zohra Bensemra/Reuters

Ich wohne an der Hermannstraße in Berlin-Neukölln. Wir haben hier viele Geschäfte, wo frau preisgünstig shoppen kann. Hier stehen Rudis Resterampe, Ein-Euro-Shops und Preisknüller. Das einmal im Jahr stattfindende Hermannstraßenfest ist das prolligste, das man sich vorstellen kann. Da gibt es neben Döner nur Bratwurst zu essen und Billigstwaren aus den anliegenden Shops zu kaufen. 

Vor ein paar Jahren gab es einen Stand, der T-Shirts für 50 Cent anbot. Die waren vom letzten Christopher Street Day übrig geblieben. Wer reißt sich um die Billig-T-Shirts? Die ganzen Kopftuchmuttis!

Eine Woche später gehe ich auf den Türkenmarkt am Maybachufer und sehe dort einen türkischen Familienvater mit Gebetsperlen in der Hand und einem T-Shirt unter seiner Tweedjacke mit der Aufschrift "GAYbieter".

Serpil Pak, Psychologin und Kabarettistin