Die deutsche Diskussion über Griechenland wird von Tag zu Tag hektischer, unübersichtlicher und gefährlicher. Das ist die Konsequenz einer Politik, die sich von Anfang an zu sehr auf das Taktieren, auf vorgebliche innenpolitische Zwänge und auf das Aussitzen verlegt hat.

Dass eine derartige Haltung das Aufkeimen atavistischer Vorurteile, durch die Medien eifrig geschürt, befördert hat, steht für mich ebenfalls außer Zweifel. Wir werden hier noch eine Menge Scherben wegräumen müssen.

Jetzt aber ist eine Lage entstanden, die nicht mehr achselzuckend hingenommen werden darf.

Nach übereinstimmenden Presseberichten haben die Vorsitzenden oder Sprecher aller im Bundestag vertretenen Fraktionen gefordert, die privaten Gläubiger Griechenlands an den Kosten der geplanten Rettungsaktion zu beteiligen.

Bundeskanzlerin Angelas Merkel, die zu diesem Thema eigens eine Pressekonferenz abgehalten hat, wird mit dem Ausspruch zitiert: "Ich verstehe den Wunsch sehr gut, die Banken bei den Hilfen mit einzubeziehen." Über die Reaktion des Bundesfinanzministeriums oder der Bundesbank war nichts zu lesen.

Das darf doch nicht wahr sein! Für die dem Grunde nach seit Längerem vereinbarte Rettungsaktion zugunsten Griechenlands bleiben nur noch wenige Tage.

Wer da glaubt, so kurz vor Toresschluss die Verhandlungen mit einer weiteren, völlig unrealistischen Forderung belasten zu müssen, der setzt sich dem Verdacht aus, auf das Scheitern dieser Verhandlungen zu setzen.