Zahllose missglückte Vorsprechen hatten der jungen Schauspielerin Peg Entwistle die letzte Hoffnung geraubt, in Hollywood ihr Glück zu machen, da zog es sie eines Abends im September 1932 an den Hang des Mount Lee, wo 13 hell erleuchtete Buchstaben aus Holz und Stahl standen: HOLLYWOODLAND. Über eine an der Rückseite angebrachte Trittleiter bestieg Peg Entwistle das H und sprang in den Tod. Alle Welt sollte erfahren, wie gnadenlos die Traumfabrik Lebensträume platzen ließ.

Der Hollywood-Schriftzug (die letzten vier morschen Lettern wurden 1949 im Zuge einer Renovierung entfernt) ist die berühmteste Buchstabenarchitektur der Welt. Tausendfach ist sie von der Werbung adaptiert worden; David Lynch zitierte sie auf dem Plakat für seinen Film Mulholland Drive . Weil von hier aus die Herzen und Träume von Kinogängern in aller Welt befeuert worden sind, gehört der Namenszug in die mythische Sphäre frei flottierender Zeichen.

Doch drohte jetzt die Profanisierung durch einen Grundstücksverkauf, der den direkten Blick auf das Wahrzeichen in Gefahr gebracht hätte. Der ganze Effekt hängt schließlich davon ab, dass die Umgebung, der angrenzende Cahuenga Peak, unbebaut ist. 1940 hatte der größenwahnsinnige Milliardär Howard Hughes das Gelände gekauft, um seiner Freundin, der Filmdiva Ginger Rogers, ein Haus darauf zu bauen. Daraus wurde nichts. 1976 starb Hughes, und 2002 schrieb die Erbengemeinschaft das Land zum Verkauf aus. Die Gemeinde von Los Angeles interessierte sich vergebens, stattdessen sicherte sich 2008 eine Chicagoer Investorengruppe die Kaufoption – allerdings unter dem Vorbehalt, dass bis Ende April 2010 niemand sonst die Summe von 12,5 Millionen Dollar für das Grundstück aufbringt. Nun gab es in den letzten Wochen eine hektische Kampagne, in deren Verlauf Geld gesammelt wurde, um die Bebauung zu verhindern. Über elf Millionen Dollar hatten die Spender, zu denen auch Elizabeth Taylor, Steven Spielberg und Aileen Getty gehören, zusammengetragen. Nun endlich, kurz vor Auktionsschluss, sprang der Playboy- Gründer Hugh Hefner ein und schloss mit 900.000 Dollar die Finanzierungslücke. Damit sind die legendären Buchstaben gerettet.

Es war übrigens ein Grundstücksmakler, der wohlhabende Harry Chandler, der die Werbeschrift 1923 weithin sichtbar platziert hatte, um die Aufmerksamkeit auf zum Verkauf stehende Grundstücke zu lenken. Als Herausgeber der Los Angeles Times engagierte er sich zugleich für den Bau eines gewaltigen Aquädukts, das die Wüstenerde durch Bewässerung erst kultivierbar und auch für Filmstudios attraktiv machte. Von dieser Geschichte skrupellos arrangierter Eingemeindungen und Enteignungen erzählte später Roman Polanskis Chinatown (1974). Der Film erinnert daran, dass auch Hollywood von Maklern begründet wurde.