Wenn ich nach meinen Träumen gefragt werde, überschlagen sich meine Gedanken, und ich muss erst mal das Durcheinander in meinem Kopf sortieren. Den einen, alles überragenden Lebenstraum gibt es für mich nicht. Ich bin ja noch ziemlich jung und offen für alles, was mein Leben so bringt. Ich hatte immer schon viele unterschiedliche Wunschträume. Als junges Mädchen wollte ich unbedingt Ballerina werden. Dann wollte ich Klavier spielen, reiten lernen, eine neue Sprache. Diese Träume erfülle ich mir gerade.

Vor allem das Reiten genieße ich sehr: Die Geschwindigkeit zu spüren und die Kraft des Pferdes, auf dessen Bewegungen ich mich einstellen muss, damit das Tier sich völlig frei bewegen kann – das ist eine ganz besondere Erfahrung. Dabei hatte ich als 18-Jährige noch Angst vor Pferden. Aber seine Ängste zu überwinden gehört wohl dazu, wenn man seine Träume verwirklichen will. Letztes Jahr habe ich begonnen, mit professioneller Hilfe an meiner Flugangst zu arbeiten, sie ist fast völlig verschwunden. Ich möchte unbedingt mal ein halbes Jahr in New York leben, diesen Traum werde ich in absehbarer Zeit angehen.

Ich denke, es ist wichtig, Träume und Wünsche auch in Taten umzusetzen. Ich habe nur dieses eine Leben. Und am Ende steht die Frage: War mein Leben schön oder nicht?

Aus diesem Grund studiere ich auch neben meiner Arbeit Soziologie und Politikwissenschaft. Ich möchte meine Wissenslücken füllen, denn ich bin überzeugt, dass Bildung unsere Welt und uns Menschen besser machen kann. Außerdem kann es in meinem Beruf passieren, dass man mal einige Monate nichts zu tun hat, vielleicht sogar irgendwann gar nichts mehr. Mein Studium bewahrt mich vor Leerlauf. Wenn ich nichts habe, womit ich mich beschäftigen kann, beginnt mein Gehirn aus Langeweile verrückte Sachen auszubrüten. Flugangst zum Beispiel. Oder ich beäuge mich selbst ganz genau und halte Ausschau nach Anzeichen schwerer Krankheiten.

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Einer meiner schlimmen Albträume geht so: Ich sitze in einem Sprechzimmer, und der Arzt teilt mir mit, dass ich unheilbar krank bin. Vor drei Jahren habe ich während der Dreharbeiten für einen Kinofilm mit dem Rauchen angefangen. Es war die dümmste Entscheidung meines bisherigen Lebens! Am Ende war ich süchtig nach Zigaretten. Mein leichtfertiges Spiel mit meiner Gesundheit, das Risiko einer qualvollen Krankheit oder eines frühen Todes macht mir wahnsinnige Angst. Darum träume ich davon, nicht mehr zu rauchen. Das ist ein Traum, der sehr bald wahr werden muss.

Und ich habe noch einen kleinen, unerfüllten Traum: Seit Jahren schon möchte ich unbedingt einmal die Stimme von Bibi Blocksberg treffen. Seit meiner Kindheit bin ich ein Fan, noch heute steht die CD-Box neben meinem Bett, diese Hörspiele spenden mir Schutz und Trost, wenn ich mich in einem Hotelzimmer in einer fremden Stadt grusele.

Aufgezeichnet von Jörg Böckem