Eine der ältesten Formen des Medien-Mashups kann man jeden Morgen in öffentlich-rechtlichen Radiosendern wie dem Deutschlandfunk hören: die Presseschau , in der vor allem die Kommentare diverser Zeitungen zu wichtigen Ereignissen zusammengefasst werden.

Ausprobiert – jede Woche eine technische Errungenschaft im Alltagstest © Getty Images

Die Idee dahinter ist, dass viele Quellen ein abgerundeteres Bild des Tagesgeschehens bieten als eine einzige. Offenbar wünschen sich das auch viele Internetnutzer. Vor ein paar Monaten ist in den USA eine multimediale Presseschau, ein Kanal der Highlights im Netz auf Sendung gegangen: Newsy zeigt Zwei- und Dreiminüter zu allen möglichen aktuellen Themen, vom Absturz der Wall Street bis hin zum belgischen Burka-Verbot. Das Prinzip: Anstatt selbst zu recherchieren, bedienen sich die Macher fleißig bei anderen Sendern und Webseiten. "Multiple sources tell the real story", sagen sie – viele Quellen erzählen die wahre Geschichte.

Für den Bericht über die jüngsten Krawalle in Griechenland etwa schneiden die Redakteure Bilder des US-Fernsehsenders CNBC und des britischen Konkurrenten BBC zusammen und zitieren dazu den "Guardian", die "Washington Post" sowie "Russia Today". Ein Sprecher resümiert die Hauptaussagen, vergleicht die Perspektiven und ordnet die Meinungen ein.

Eine ordentliche Nachrichtensendung wird Newsy nicht ersetzen können – um sich einen schnellen Überblick über das Geschehen zu verschaffen, ist es aber recht praktisch. Einziger Wermutstropfen: Bisher gibt es den Nachrichten-Remix nur auf Englisch. Immerhin haben die Macher erkannt, dass sich Newsy ideal für den schnellen Konsum unterwegs eignet, und bieten daher neben der Webseite auch eigene kostenlose Videoplayer für iPhone und iPad sowie für Android-Handys und Netbooks an. Damit kann man nicht nur alle Beiträge abspielen, sondern auch die kompletten Transkripte abrufen. Die mobile Version hat einen weiteren Vorteil: Auf den Bildschirmchen fällt nicht auf, dass die Moderatoren fingerdickes Make-up tragen.