DIE ZEIT: Was ist Entrepreneurship?

Götz Werner: Das ist die Lehre vom guten Unternehmertum.

ZEIT: Welche drei Eigenschaften sollten künftige Unternehmer denn mitbringen?

Werner: Ein Unternehmer braucht Interesse an den Menschen. Er gestaltet aber auch die Welt, also braucht er ein Weltinteresse. Das Dritte ist konstruktive Unzufriedenheit, um Chancen für Verbesserung und Veränderung zu erkennen.

ZEIT: Wie vermittelt man diese Eigenschaften?

Werner: Unsere Lehre funktioniert nicht wie ein Nürnberger Trichter. Es geht darum, das Implizite explizit zu machen, indem man wie im Märchen vom Froschkönig etwas wach küsst: Der Student sitzt in der Vorlesung und fängt an, über das Thema Unternehmertum nachzudenken. So wird er langsam munter für die Inhalte des Studiums.

ZEIT: Wie sieht das Wachküssen aus?

Werner: Klingeln tut es dabei nicht! Das sind Momente, in denen die Studenten plötzlich eine innere Sicherheit fühlen im Hinblick darauf, was sie tun müssen. Alles Unternehmerische geschieht immer über solche Evidenz-Erlebnisse.