Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die griechische Schuldenkrise spätestens im Winter 2009/10 erkannt. Mindestens seit Januar 2010 waren Präsident Sarkozy und Kanzlerin Merkel informiert. Seit Februar war damit zu rechnen, dass auch andere Instanzen und dass insbesondere global agierende Hedgefondsmanager und Investmentbanker zur gleichen Erkenntnis kommen würden.

Man musste damit rechnen, dass global agierende Finanzmanager ihre spekulativen Chancen wahrnehmen würden. Aber die Führer der Europäischen Union warteten ab. Frau Merkel deutete an, man müsse die Möglichkeit eröffnen, einen bankrotten Staat aus der Euro-Zone auszuschließen. Zugleich begann man aber, über eine Finanzhilfe für Griechenland nachzudenken. Kanzlerin Merkel wollte dazu zweckmäßigerweise den IWF als Partner haben, Präsident Sarkozy wollte das nicht. Erst im März wurde man darüber einig.  

 Inzwischen begannen manche Finanzmanager und dann zunehmend die Medien den ihnen bekannten Umstand auszunutzen, dass auch einige andere der europäischen Staaten ungewöhnlich hoch verschuldet sind. Daraufhin verkauften einige Banker nicht nur ihre griechischen Schuldscheine. Alsbald stellte sich auf den globalisierten Finanzmärkten das übliche Herdenverhalten ein. 

So wurde innerhalb weniger Wochen aus einer Griechenlandkrise eine Krise der gemeinsamen Währung. Es rächte sich, dass seit der weltweiten Finanzkrise der Jahre 2007/08 eine straffere Regulierung der Finanzmärkte verschleppt worden ist; nicht einmal ist es bei Strafe verboten worden, auf Termin Wertpapiere und Finanzinstrumente zu verkaufen, die der Verkäufer zur Zeit des Geschäftes nicht zu eigen besitzt.

Vor allem aber rächte sich die Führungslosigkeit der Europäischen Union. Als Präsident Mitterrand und Kanzler Kohl vor fast 20 Jahren in Maastricht den Euro aus der Taufe hoben, haben nur die zwölf damaligen Mitgliedsstaaten den Beschluss gefasst; und zwei davon wollten sich am Euro nicht beteiligen.