Die EU-Regierungschefs machen das bisher größte staatliche Rettungspaket startklar . Zeit für eine kurze Zwischenbilanz in den USA, dem bisherigen Rekordhalter in Sachen staatlicher Kriseninterventionen. Glaubt man den jüngsten Schlagzeilen, sind die Milliarden der Steuerzahler prima angelegt gewesen. Der Autobauer General Motors etwa meldete vor einigen Tagen unter dem Jubel der Presse, man habe die Staatskredite bereits zurückgezahlt. "Mit Zinsen und Jahre vor dem Fälligkeitstermin", ließ sich GM-Vorstandsboss Ed Whitacre im Wall Street Journal vernehmen. Sogar in TV-Werbespots verkündete GM die ach so frohe Botschaft.

Bei näherer Betrachtung allerdings geht die Rechnung für den Steuerzahler nicht so recht auf. Um die Liquidierung GMs zu vermeiden, reichte die US-Regierung im vergangenen Sommer 49,5 Milliarden Dollar aus. Ist dieses Geld nun wieder zurück in der Staatskasse? Kurz gesagt, nein. Zurückgezahlt hat GM nur den reinen Kredit des Hilfspakets – 6,7 Milliarden Dollar. Das Geld für die Rückzahlung stammt aus einem staatlichen Garantiefonds, der GM als Notreserve zur Verfügung stand. Damit hat der Autobauer dann Staatsgeld mit Gleichem vergolten.

Es gibt noch mehr solcher vermeintlich guter Nachrichten: Banken, die während des Krisenherbstes 2008 mit Staatsgeld vor dem Untergang bewahrt wurden, zahlten schon wieder Dividenden in zweistelliger Milliardenhöhe. "Ein gelungenes Experiment", jubelte die New York Times. Gelungen ist es vor allem den Banken . Um das Finanzsystem zu retten, senkte die Notenbank den Leitzins auf nahe null – billiges Geld für die Kreditinstitute.

Entsprechend kürzten sie auch die Zinsen für die Ersparnisse ihrer Kunden. Arbeitnehmer und Rentner tragen über diese entgangene Verzinsung die wahren Milliardenkosten der Rettungsaktion. Ganz zu schweigen von der wachsenden Inflationsgefahr . Wie bei GM dienen die Vorzeigedividenden nur der Aufhübschung der politischen Rettungsbilanz. Viel Spaß beim Rechnen, liebe EU-Bürger!