DIE ZEIT: Auf der Umschlagklappe von Kaputte Suppe steht, Sie hätten mal als Goldschmiedin gearbeitet...

Jenny Valentine: Um Gottes willen, ich wünschte von Herzen, ich wäre eine Goldschmiedin! Aber "Goldsmith" war nur der Name des Londoner Colleges, an dem ich Literatur studiert habe.

ZEIT: Hmmm, wir haben Sie uns gern als goldschmiedende Autorin vorgestellt, aber Sie tun ja auch sonst so einiges.

Valentine: Doch, doch, es reicht schon, ganz bestimmt. Mein Mann und ich haben einen Feinkostladen in Hay-on-Wye an der walisischen Grenze, wo jeden Mai das große Literaturfestival der Zeitung Guardian stattfindet. Und wir haben zwei Töchter, 10 und 13 Jahre alt. Und außerdem noch einen Hund, der Reggie heißt.

ZEIT: Also genug um die Ohren. Wann schreiben Sie dann?

Valentine: Vor dem Aufstehen. Sogar bevor der Hund ans Aufstehen denkt.

ZEIT: Lesen Ihre Töchter Ihre Bücher?

Valentine: Nein. Auf jeden Fall nicht die Jugendbücher. Ich glaube, sie haben Angst, dass sie sie nicht mögen. Und wahrscheinlich ist es auch komisch, Bücher der eigenen Mutter zu lesen.

ZEIT: Gibt es ein Kinderbuch, das Sie aus vollem Herzen hassen?

Valentine: Ich hasse diese leeren Endlosserien, die die Verlage massenhaft auf den Markt schmeißen. Sie haben keinerlei Substanz. Als fürsorgliches Elternteil sagt man sich dann: Na ja, Hauptsache, die lieben Kinder lesen überhaupt irgendwas. Aber das ist nicht gut genug, das reicht einfach nicht.