Womit könnte die Union bei einem Revival ihrer Bildungspolitik reüssieren? Mit Leistung und mit Behutsamkeit.

Den Leistungsgedanken hätte eigentlich die SPD für ihre Schulpolitik kapern müssen, denn wenn in der Schule nicht das Leistungsprinzip herrscht, dann entscheidet allein die Herkunft. Aber die Sozialdemokraten bauen lieber auf Gerechtigkeitsrhetorik. Die Union sollte den Begriff "Leistung" also beherzt besetzen, er ist zentral für den Erfolg (auch im Sinne der Gerechtigkeit) unseres Bildungssystems.

Behutsamkeit könnte ein zweites Markenzeichen werden. Eltern, Lehrer und Schüler wissen, dass sich die Schule verändern muss. Aber sie haben die Nase voll von überstürzten Reformen. Die handwerklich dilettantische Umsetzung der Gymnasialzeitverkürzung etwa hat die CDU in Hessen und sogar die CSU in Bayern ins Straucheln gebracht. Das angekündigte Umgraben der Schullandschaft in Hamburg verbreitet schon jetzt Angst und Schrecken bei vielen Eltern.

Mit den Beteiligten reden, funktionierende Strukturen (wie das Gymnasium) in Ruhe lassen, nötige Veränderungen behutsam umsetzen – eine derartige, sagen wir ruhig: konservative, Schulpolitik stünde der Union gut zu Gesicht.