ZEIT: Sie wollten sich von uns nicht neben einem offenen Dreibeingrill aus dem Baumarkt ablichten lassen. Warum nicht?

Brinkmann: Ein offener Dreibeingriller ist gut für Bratwurst, Nackensteak und Bauchfleisch. Aber er beschränkt einen in den Möglichkeiten. Im Frühling freue ich mich ja auch auf die erste Bratwurst im Garten. Aber nach dem fünften Mal wird es lästig. Es ist doch so: Wer grillt, ist der Depp. Er steht am Grill und versucht, sein Essen vor dem Verbrennen zu retten. Ist es fertig, wird es entweder auf dem Grill schwarz oder auf dem Tisch kalt, wenn nicht alle sofort kommen und es reinschlingen. Außerdem, wenn man direkt grillt, tropft das Fett in die Kohle, und es steigen diese krebserregenden Dämpfe auf.

ZEIT: Die Alternative?

Brinkmann: Ein Kugelgrill oder ein Barbecue Smoker. Damit grillt man indirekt, das Fleisch liegt nicht direkt über der Kohle. Man grillt mit deutlich niedrigeren Temperaturen und hat so viel mehr Möglichkeiten. Fisch, Gemüse und Obst werden viel besser, man kann sogar Desserts grillen. Das Grillen wird vielfältiger und von der Abwicklung her entspannter, weil man nicht immer aufpassen muss, ob das Fleisch verbrennt.

ZEIT: Was unterscheidet amerikanisches Barbecue von europäischem Grillen, sportlich gesehen?

Brinkmann: Die Amerikaner grillen Berge von Fleisch. Immer nur den Hauptgang. Zum Beispiel Beef Brisket, also Rinderbrust, Spare Ribs oder Pulled Pork, das ist eine Art gezupftes Schweinefleisch. Es kommt ausschließlich darauf an, wie das Fleisch zubereitet ist, wie es aussieht, geschnitten ist, wie es gelegt wird. Das liegt dann lediglich auf einem Petersilienbett in einer Styroporschale. Keine Kartoffeln, kein Gemüse, kein Dessert. In Europa werden Fünf-Gänge-Menüs gegrillt, und dann zählt die Gesamtharmonie.

ZEIT: Woran arbeiten Sie gerade?

Brinkmann: Meine Spare Ribs serviere ich dieses Jahr mit Zucchini-Bacon-Röllchen und Tex-Mex-Frischkäse.

ZEIT: Ginge das auch vegetarisch?

Brinkmann: Wir können alles Mögliche für Vegetarier grillen. Nehmen Sie eine Fleischtomate, schneiden Sie oben den Deckel ab. Aushöhlen, unten ein Zwiebel-Knoblauch-Bett rein, darauf Mozzarella oder Feta. Dann in den Grill, sodass der Käse weich und die Tomate leicht angegrillt wird.