Große Zukunftsträume habe ich eigentlich nicht. Wahrscheinlich, weil ich nicht so viel plane. Und weil ich ganz schön zufrieden damit bin, wie mein Leben gerade aussieht.

Ich wollte immer Schauspielerin werden oder Sängerin, ich wollte etwas von mir zeigen, ein Gefühl transportieren, Menschen berühren. Schauspielerei und Musik schienen mir da der beste Weg. Da habe ich ja jetzt den Glückskeks gegriffen und bin ganz schön easy reingerutscht.

Mit 15 habe ich beschlossen, dass ich mit 16 an eine Schauspielschule möchte. Damals ist meine Mutter komplett ausgeflippt: "Nein, mach erst mal das Abi, damit du was in der Hand hast." Schauspielerei, das ist halt riskant und so. Letzten Sommer habe ich ihr dann gesagt, nach dem Abitur würde ich gern nach Berlin ziehen und Schauspiel studieren. Sie hat zwar gesagt, das sei okay, hatte aber immer noch die Sorge im Hinterkopf, es könnte schiefgehen. Mittlerweile haben sich ihre Befürchtungen etwas gelegt. Im Moment konzentriere ich mich auf die Musik, aber der Plan, in Berlin Schauspiel zu studieren, steht noch. Irgendwann in einem Tim-Burton-Film mitzuspielen wäre der absolute Wahnsinn! Ich liebe seine Filme, er erschafft unglaubliche, wundervolle Figuren und Geschichten, in denen man sich verlieren kann und sein eigenes Leben wiederfinden. Dass Johnny Depp mitspielt, ist natürlich auch nicht schlecht!

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Einen Traum habe ich seit meiner Kindheit: Ich wollte immer einen Bauernhof haben. Schon in der ersten Klasse habe ich auf die Frage "Was möchte ich später mal haben" ins Poesiealbum geschrieben: "Einen Bauernhof und eine Harley-Davidson". Ich finde Tiere toll. Ich hatte mal einen Hamster, der ist aber leider nach einer Woche gestorben. Ich bin tierisch hundeverliebt. Ich finde sogar diese kleinen Taschenhüpfer süß, auch wenn es etwas peinlich klischeehaft ist. Aber besonders toll sind große Hunde, vor allem Dänische Doggen, die sehen aus wie Kälber. Große Hunde sind meist die liebsten und warmherzigsten, bei ihnen fühle ich mich geschützt. Irgendwann werde ich einen Bauernhof haben. Spätestens wenn ich alt bin.

Den Traum von der Harley werde ich mir wohl früher erfüllen. Als ich meinen Autoführerschein gemacht habe, wollte ich eigentlich direkt auch den Motorradführerschein machen, aber ich hatte zu wenig Geld und musste mich entscheiden. Außerdem hatte meine Mutter Panik. Aber der Motorradführerschein kommt noch! Ich träume von einer richtig schweren Harley. Schon als kleines Mädchen habe ich Harley-Caps getragen. Auf meinem Bauernhof gibt es dann einen Schuppen, in dem ich meine Harley unterstellen kann, und bei schönem Wetter fahre ich durch die Wiesen und Wälder.

Das Wichtigste aber ist für mich, mit mir im Reinen zu sein, egal, was andere sagen. Mich für nichts, was ich tue, später schämen zu müssen. Bisher habe ich das ganz gut hinbekommen. Ich träume davon, dass es mir auch in Zukunft gelingt, mit mir zufrieden zu sein und nichts zu tun, was ich später bereuen müsste.

Aufgezeichnet von Jörg Böckem

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