Poker ist die großspurige, Lotto die kleinbürgerliche Variante des Glücksspiels. Wer sehr wenig Geld hat, spielt selten Lotto. Wer gebildet ist, spielt eher nicht, weil er etwas von Wahrscheinlichkeitsrechnung zu verstehen glaubt und behauptet, es sei dumm, ein Spiel zu spielen, bei dem der Großteil der Einnahmen an den Staat geht ( Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier ).

Es sei wahrscheinlicher, vom Blitz erschlagen zu werden, als im Lotto zu gewinnen, heißt es (was nicht stimmt).

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Dabei spielen Bildungsbürger deshalb nicht, weil sie oft gut verdienen und sich einen Urlaub im Indischen Ozean auch so leisten können. Es spielt die untere Mittelschicht, hat das Max-Planck-Institut herausgefunden, und es spielen vor allem Menschen auf dem Land (weil es dort weniger Abwechslung gibt und sich leichter Tippgemeinschaften bilden).

Außerdem diejenigen, die katholisch-schicksalsgläubig sind (siehe Rheinland und Bayern) und nicht protestantisch-sparsam (siehe Schwaben und Ostdeutschland). Von Duselbayern sollte im Lotto also nie die Rede sein. Die Bayern haben sich das Glück verdient.