John Paulson hatte früh den richtigen Riecher. Der Gründer der in New York ansässigen Hedgefonds-Gruppe Paulson & Co. wies schon im Jahr 2006 auf die Preisblase am Markt für amerikanische Wohnimmobilien und Hypothekenkredite hin. Deshalb gründete er zwei Hedgefonds, mit denen er auf das Platzen der Immobilienblase wettete. Beide Fonds gewannen über 550 Prozent an Wert, und Paulson wurde berühmt und Multimilliardär.

"Das Bild vom jungen, wilden Hedgefonds-Manager ist so nicht richtig", sagt Michael Viehmann, Hedgefonds-Experte des Vermögensverwalters Flossbach & von Storch und Portfoliomanager des Dach-Hedgefonds Tectum Global Hedge. "Im Gegenteil, der typische Hedgefonds-Manager ist sehr erfahren, deshalb erkennt er in der Regel Themen und Trends auch deutlich früher als andere." Immer geht es ihm dabei um das "Alpha" – jenen Teil seines Anlageergebnisses, der die Marktrendite übertrifft, also einzig und allein von seinem Geschick abhängt: Und da die klassischen Strategien und Themen in effizienten Märkten immer weniger Alpha abwerfen, sind die Profianleger ständig auf der Suche nach neuen Anlageideen. Vor allem deshalb spüren Hedgefonds häufig neue Märkte auf, die erst durch ihren Einsatz zu liquiden werden. So war es bei der Verbriefung von Anleihen und auch beim Handel mit Energie und Rohstoffen. Unternehmensübernahmen oder Fusionen versuchen Hedgefonds zu antizipieren, um beispielsweise über die sogenannte Merger-Arbitrage-Strategie Bewertungsunterschiede auszunutzen.

"Ein Hedgefonds-Manager ist wie ein Surfer: Er macht die Welle nicht, sondern er reitet auf ihr", sagt Viehmann. So könnte bald schon große Wellen schlagen, auf wen oder was es die Hedgefonds-Manager heute abgesehen haben. Und Privatanleger wie Sparer dürfen sich von ihnen inspirieren lassen. Laut Ralf Lochmüller, Partner und Sprecher der Fondsgesellschaft Lupus alpha, stehen zurzeit vor allem Staatsanleihen auf dem Zettel vieler Hedgefonds. "Erstmals sind auch die Kreditrisiken von Ländern ins Visier der Manager geraten", sagt Lochmüller. Obwohl es keine genauen Daten darüber gibt, hält sich der Vorwurf hartnäckig, dass Hedgefonds frühzeitig mit Kreditausfallversicherungen, sogenannten Credit Default Swaps (CDS), auf eine Verschlechterung der Bonität Griechenlands gewettet haben. Statt in Anleihen und Kreditversicherungen zu investieren, dürften viele spekulative Fonds auf einen fallenden Euro gewettet haben. Auch wenn die EU im Juli ihre neue Richtlinie zur Hedgefonds-Regulierung durchboxen will, unterliegen die Fonds kaum einer Informationspflicht. Deshalb gibt es bislang keine genauen Angaben über ihre tatsächlichen Investitionen.