DIE ZEIT: Vor drei Monaten haben Sie sich in Hamburg auf den Weg zur Fußball-WM in Südafrika gemacht, in einem VW-Bulli, Baujahr 1992 – nicht das naheliegendste Verkehrsmittel bei einer Strecke von rund 18500 Kilometern. Wie ist die Idee entstanden?

Kay Amtenbrink: Am Anfang war es eher eine Bierlaune. Bernd Volkens und ich saßen im Klubheim des FC St. Pauli am Millerntor, wo wir beide seit Jahren als Amateurfußballer spielen. Wir sprachen über die tolle Stimmung während der WM in Deutschland 2006 und darüber, dass wir dieses Jahr auch gerne dabei wären. Aber einfach nach Kapstadt fliegen, das war uns zu langweilig. Klar war: Wenn wir das machen, dann nur mit dem Auto. Immer in Richtung Süden, bis es nicht mehr weitergeht.

ZEIT: Und dann wurde aus der Bierlaune Ernst?

Amtenbrink: Ja. Den Bulli haben wir bei eBay gekauft, mit 350000 Kilometern auf dem Zähler. Dann haben wir noch mal 4000 Euro investiert, um den Wagen für die lange Reise fit zu machen, neues Getriebe und so. In Afrika ist es ja eher schwierig, an Ersatzteile zu kommen.

ZEIT: Wie viel Zeit haben Sie sich für die Strecke gegeben?

Amtenbrink: Fünf Monate, aber das war nur grob geschätzt. Je mehr man bei so einer Reise plant, desto abhängiger wird man. Und wir sind beide grundsätzlich sehr gelassen, anders geht das auch gar nicht. Als Schnitt hatten wir 100 Kilometer pro Tag vorgesehen. Wenn man dann mal irgendwo drei Tage auf ein Visum warten muss oder was am Auto ist, muss man halt später 300 Kilometer am Stück fahren. So hatten wir uns das überlegt.

ZEIT: Ist der Plan aufgegangen?

Amtenbrink: Nein. Im Moment sitzen wir in Nairobi fest, weil unser Auto kaputt ist.

ZEIT: Wie ist das denn passiert?

Amtenbrink: Im Norden von Kenia ist uns auf einer extrem harten Strecke mit vielen Steinen ein Kabel durchgescheuert. Dann gab’s einen Kurzschluss, die Batterie fing Feuer. Anschließend brannte der Motor. Wir hatten Glück, dass uns nicht der ganze Bulli abgefackelt ist. Allein das Abschleppen hat viereinhalb Tage gedauert. Jetzt stehen wir hier seit zwölf Tagen auf einem Campingplatz mit einer Art Werkstatt und versuchen, den Wagen zu reparieren. Zum Glück kennt Bernd sich mit Autos aus, er arbeitet als Redakteur für ein Automagazin. Aber bei dem Schaden kommt sogar er an seine Grenzen.