Garri Kasparow (47) macht alles hundertprozentig. Egal, ob es sein Kampf um die Weltmeisterschaft war (immerhin hatte er den Titel von 1985 bis 2000 inne) oder sein Kampf gegen Wladimir Putin, den er stürzen möchte oder seine beeindruckende Buchserie über die Schachweltmeister. Ja sogar für andere seines Kalibers eher nebensächliche Simultanveranstaltungen nimmt er todernst; immer will er alle Partien, zudem in möglichst wenigen Zügen, gewinnen.

Ich erinnere mich, wie er sich einmal in Hannover gegen Petra Schürmann, hineinkniete, als ob es um sein Leben ginge, und außer sich vor Wut war, als bei diesem Simultanspiel eine Partie verloren ging. Die Leichtigkeit und der Humor seiner Nachfolger auf dem WM-Thron, Kramnik und Anand, gehen ihm völlig ab, für ihn war das Dasein immer ein existenzieller Behauptungskampf. Seine Mutter sagte mir einmal, dass er von seinem zehnten Lebensjahr an nie einen Tag Ferien gehabt hätte – alles war Arbeiten. Nach wie vor scheinen seine Energie und sein Arbeitspensum ungeheuer; seit einem Jahr trainiert er auch den 19-jährigen Magnus Carlsen aus Norwegen. Dabei waren die beiden auch in Marokko, wo sie eine Simultanvorstellung gaben. Kasparow beendete die seine "natürlich" ohne jeden Punktverlust mit 20 Siegen, wobei ihm gegen Morad Cherigui ein Juwel glückte.

Mit welcher Opferkombination zerrte er als Weißer am Zug den schwarzen König aus seinem scheinbar sicheren Versteck und setzte ihn matt?

Lösung aus Nr. 21:
Welcher schwarze Einschlag gewann augenblicklich? Nach dem Turmopfer 1...Txg2+! gab Weiß schon auf. Matt wird es nach 2.Kxg2 Tg8+ 3.Kh1 (3.Kf1 Dh3+) Dxe1+! 4.Txe1 Sf2 ebenso wie noch viel schneller bei 2.Txg2 Dxe1