Bayern hat der Welt – man denke an Fußball, Folklore & Politik – viel Schlimmes angetan. Es gibt aber auch Bayerisches, ohne das die Welt ärmer wäre. Gewisse leicht alkoholische Getränke, die Alpen oder: Karl Valentin, den wir gerechterweise niemals ohne seine Partnerin Liesl Karlstadt erwähnen sollten. Sie war der Apfel, und er der Wurm darin. Beides zusammen, das ist halt eine Natur. Bert Brecht hat mit Erich Engel, Valentin, Karlstadt und noch ein paar damaligen Münchnern den Stummfilm Mysterien eines Frisiersalons gemacht. Und auch anderweitig hat Valentin sich als Stummfilmkomiker versucht, aber so richtig Weltkulturerbe-großartig sind er und Karlstadt nur in diesen Ton-Kurzfilmen der dreißiger Jahre. Bühnenerprobte Sketche und Einakter, lauter kleine Endspiele über Menschen, die halt aufeinander angewiesen sind: Mann und Frau, Vater und Sohn, Geselle und Lehrling, Verkäuferin und Kunde, Arzt und Patient. Da lacht man mit blutendem Herzen.

Für Karl Valentin & Liesl Karlstadt: Die Kurzfilme. Neuedition (Film 101) wurden die besten Teile der verfügbaren Kopien verwendet und neu digitalisiert. Immer noch sieht man manchen dieser Filme an, dass sie, genau wie ihre Autoren, in ihrem Heimatland schlecht behandelt worden sind. Aber auch das gehört zu ihrer Aura. Für zehn Sekunden Valentin und Karlstadt kann man die Gesamtproduktion des derzeitigen deutschen Comedy-Schaffens wegschmeißen.