Wenn Carrie Bradshaw alias Sarah Jessica Parker im zweiten Sex and the City- Film durch die Champagnerpfützen der Upperclass stöckelt, schaut eine ganze Stadt auf ihre Sonnenbrille. Das goldverspiegelte Modell erinnert an eine Skibrille – aber das Besondere ist: Die Brille kommt aus Berlin.

Das sind gleich zwei gute Nachrichten. Erstens: In Manhattan gilt man offenbar nur etwas, wenn man bezeugen kann, dass man auch dessen gewahr ist, was in der deutschen Hauptstadt modisch passiert. Die Brille heißt "Franz" und wurde vom Modedesigner Bernhard Willhelm für die kleine Marke Mykita entworfen und ist eine Hommage an den österreichischen Skifahrer Franz Klammer, der stets mit verspiegelter Brille seine Rennen fuhr.

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Die zweite gute Nachricht: Endlich kommen auch wieder Sonnenbrillen auf, die nicht nur vor allen Dingen groß sind. In den vergangenen Jahren konnte man nicht mit Gewissheit sagen, ob eine Sonnenbrillenträgerin schön sein wollte oder Schweißerarbeiten zu erledigen hatte.

Für die Mykita ist es ein Glücksfall, eine Rolle in einem Film zu spielen. Auch, weil Mode und Film gerade an vielen Stellen zusammenwachsen. Sex and the City war ein Vorreiter dieser Entwicklung. Mittlerweile nutzen immer mehr Luxusmarken den Film zur Präsentation. Als Karl Lagerfeld jüngst in St. Tropez die Zwischenkollektion von Chanel präsentierte, zeigte er nicht nur Models auf dem Laufsteg, sondern auch einen kurzen Film, der die Mode interpretierte.

Dass Filme für die Mode immer wichtiger werden, ist keine Überraschung. Schließlich gibt es neben Magazinen immer mehr neue Medien, über die Designer ihr Publikum erreichen können. Vor allem das iPad von Apple könnte dem Trend zu einem Durchbruch verhelfen. So ließ Dior eine Reihe von Internet-Filmen mit der Schauspielerin Marion Cotillard produzieren – beim letzten führte David Lynch Regie. Auch Prada und Louis Vuitton bewerben ihren Marken-Spirit mittlerweile mit Kurzfilmen.

Solche Präsentationen reichen an die Hauptrolle der Mykita-Brille auf Carries Nase natürlich nicht heran. Sie trägt im Film übrigens auch eine Korrekturbrille der Berliner Marke. Mal sehen, ob das Modell auch stilprägend wird.