Geografische Erfassung: Lutum + Tappert; Recherche: Fritz Schaap © Jörg Block

München, welches den erfolgreichsten deutschen Fußballverein stellt, brachte neun Nationalspieler hervor, die an einer WM teilnahmen. Gelsenkirchen, das viel weniger Einwohner als München hat und eine etwas weniger erfolgreiche Bundesligamannschaft, zählt 14 Nationalspieler – keine andere Stadt hatte so viele.

Nordrhein-Westfalen hat eine ganze Reihe weiterer WM-Städte, aus denen Düren herausragt: fünf Spieler bei nach heutiger Zählung nicht einmal 93.000 Einwohnern. Natürlich weiß man, dass der Fußball im Ruhrpott und drum herum groß wurde, weil er das Spiel der Arbeiter war. Aber Düren liegt schon ziemlich weit weg vom Ruhrpott.

Und was ist mit Kolbermoor in Bayern? Aus dieser Kleinstadt kam Paul Breitner, nun, drei Jahrzehnte später, folgt Bastian Schweinsteiger. Vielleicht entfalten Nationalspieler einen Sog, selbst wenn sie nicht mehr da sind: Offenbar bleibt es nicht ohne Folgen für die Gehirne der Jungen, wenn ihre Väter von den Männern erzählen, die nur ein paar Straßen weiter wohnten und sich den größten Jungentraum erfüllten.

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