Stärker als Merkel? Viele dachten das von sich, kaum einer war es auf Dauer. Der jüngste Gegner, der sich da Hoffnungen macht, ist Sigmar Gabriel, der SPD-Chef. Per SMS wollte er der Kanzlerin Joachim Gauck als gemeinsamen Präsidentschaftskandidaten nahebringen.

Halb ehrenwert, halb listig war Gabriels Vorschlag, sie solle doch einfach seinen Mann zu ihrem machen.

Dank einer Indiskretion, über deren Urheber noch gestritten wird, weiß das Land jetzt, dass die CDU-Chefin mit einem Kürzestsatz auf die längliche SMS des SPD-Vorsitzenden antwortete: "Danke für die Info. Herzliche Grüße AM".

Ist das noch Lakonie oder schon Ironie?

Nie leidenschaftlich in der Abneigung, nie euphorisch in der Zustimmung, so herrscht nur diese Frau, so simst nur sie. "Danke für die Info" – das ist der Refrain eines schadstofffreien Aufstiegs.

Helmut Kohl kann leider nicht mehr Ehrenvorsitzender bleiben, weil er Schwarzgeld versteckt hat? "Danke für die Info."

Wolfgang Schäuble muss ihr den Parteivorsitz abtreten, weil er die Spende eines Lobbyisten verschwieg? "Danke für die Info."

Friedrich Merz weicht 2002 als Fraktionsvorsitzender, damit die CDU-Parteivorsitzende ihn beerben kann? "Danke für die Info."

Edmund Stoiber bleibt 2005 doch lieber in München, als Super-Super-Minister in Merkels erstem Kabinett zu werden? "Danke für die Info."

Günther Oettinger sagt 2009 zu, ins Exil nach Brüssel zu gehen? 

Roland Koch verlässt 2010 die Politik, weil Merkel ihm keine Spielräume mehr lässt? "Danke für die Info."

Nur gegen Joachim Gauck, da überzeugt die Methode nicht mehr. Ein Bürger, kein Gegner, der anbietet, Präsident zu werden – hat das nicht was?

"Danke für die Info."

Klingt plötzlich kalt, nicht cool.