Nichts ist dran an der alten These: Wie die große Politik, so das Spiel der Nationalmannschaft. Wären Jogis Jungs so blass und lustlos wie die schwarz-gelbe Koalition, dann wären sie am Kap unter die Räder gekommen wie die wackeren Männer aus Australien.

Eine größere Verneigung kann es kaum geben: Obwohl um ein Tor betrogen, wollte sich der englische Kapitän Steven Gerrard am Ende nicht beklagen. Hochverdient sei der Sieg der deutschen Mannschaft, meinte er, während hinter ihm der Kollege Wayne Rooney wortlos aus dem Bild trottete. Welch ein Nachmittag! Während des Spiels der Deutschen gegen die Engländer waren hierzulande mehr als 80 Prozent der Fernseher eingeschaltet, das G20-Treffen in Toronto und die Wahl des Bundespräsidenten gerieten zur Randnotiz. Erst Lena und Hannover, jetzt Jogi Löw und Südafrika – die Deutschen haben einen Lauf, wie man im Fußball sagt.