Eigentlich ist Stress eine gesunde Reaktion, bei der Körper und Hirn während einer Gefahr auf Höchstleistung schalten. Blutdruck, Durchblutung und Herzschlag steigen, die Muskelspannung erhöht sich, und die Verarbeitung der Sinnesinformationen wird intensiviert. Chronischer Stress wirkt jedoch auf das Gehirn wie ein schleichendes Gift. Der Daueralarm führt zu einer massiven körperlichen und psychischen Erschöpfung, von der sich der Organismus nicht mehr von selbst erholt. Da hilft auch keine Urlaubsreise mehr.

Tierversuche haben sogar gezeigt, dass chronischer Stress die Funktionen von Genen im Gehirn verändert. Dabei können sich Nervenschaltkreise ändern. Ob das Burn-out-Syndrom indessen eine eigenständige Erkrankung darstellt, ist umstritten. Viele Psychiater betrachten den Zustand schlicht als eine Depression , ausgelöst durch chronische Überlastung. Zumindest im Endstadium scheint eine Unterscheidung zur Depression kaum möglich. In den frühen Stadien, sagt der Burn-out-Fachmann Matthias Burisch von der Universität Hamburg, könnten Ausbrenner vorübergehend unbeschwerte Zeiten erleben, während Depressive immer depressiv seien.

Oft macht sich das Leiden früh bemerkbar: Die Betroffenen reagieren auf ihre Überforderung mit übertriebenem Arbeitseinsatz, ziehen sich von Freunden und Kollegen zurück, Freizeitaktivitäten werden vernachlässigt. Für ein Burn-out gibt es eine Vielzahl von Symptomen. Die Betroffenen empfinden Kritik als Abwertung ihrer Person, reagieren feindselig auf ihr soziales Umfeld. Typisch sind auch erhöhter Konsum von Nikotin, Alkohol und Rauschmitteln, Missbrauch von Beruhigungs- und Aufputschmitteln.