Der meistbestiegene Berg Deutschlands, der liegt, sorry, nicht in Bayern. Sondern im Rheinland. Das ist der Drachenfels im Siebengebirge über Königswinter. Oben eine Burgruine aus dem Mittelalter und ein Restaurant aus den circa siebziger Jahren (beides leicht zu verwechseln), und dann dieser sagenhafte Blick.

Nach Nordwesten, dem Strome nach, stets begleitet von der Hoffnung, dass die Fluten irgendwann einmal Bonns neue architektonische Monstrositäten mit sich schwemmen. Und nach Süden: die Insel Nonnenwerth, Adenauers rosiges Rhöndorf, mit dem weltbekannten Café Profittlich, gegenüber der Rolandsbogen, Rolandseck ... man meint in der Ferne schon die Vogesen, den Schwarzwald, die Schweizer Alpen zu erschauen!

Auch die Schlafzimmer wurden renoviert

Auf halber Höhe des legendären Felsens gibt es jetzt eine neue alte Attraktion: Nach jahrzehntelanger Restaurierung lädt dort seit wenigen Tagen wieder das prachtvolle Schloss Drachenburg ein. Ein, Gott-sei-bei-uns!, Börsenhai namens Stephan von Sarter hat es in den Achtzigern des 19. Jahrhunderts errichtet, ganz im hochgotpeinlichen Stil der Rheinromantik. Mehrere Architekten gaben ihr Bestes, auch Dombaumeister Zwirner aus Köln war dabei.

Bald nach Sarters Tod verfiel die steinerne Dividende mit ihren Türmchen und Zinnen, wurde für dieses und jenes missbraucht, auch als "Adolf-Hitler-Schule", zwischenzeitlich privat bewohnt und zuletzt heftig restauriert. Jetzt ist das sagenhafte Interieur wiederhergestellt, die Venusterrasse, der herrliche Garten. Ein disneyhafter Rausch aus rheinem Kitsch und edelstem Kunstgewerbe. Ludwig II. wäre begeistert.

Adresse: Drachenfelsstraße 118, 53639 Königswinter, Tel. 02223/90 19 70. Geöffnet Di–So und Feiertags 11–18 Uhr, innerhalb der NRW-Sommerferien auch Mo 11–18 Uhr; www.schloss-drachenburg.de