Ich sage nur: Malaya, Malaya, Malaya!" So oder so ähnlich klingen derzeit viele Mahnungen nicht nur von Sicherheitsexperten. Auch deutsche Soldaten, die in Afghanistan stationiert waren, nennen gern den Namen des südostasiatischen Landes, wenn es um einen Ausweg aus der verfahrenen Situation am Hindukusch geht.

Einer von ihnen ist Marc Lindemann, der von 2005 bis 2009 als Nachrichtenoffizier in Afghanistan diente. "Das Ziel, Herzen und Köpfe zu gewinnen", schreibt er in seinem gerade erschienenen Buch Unter Beschuss. Warum Deutschland in Afghanistan scheitert, "kam nach der Malaya-Intervention kaum noch weltweit konsequent zur Anwendung, obwohl es die einzige Chance zu sein scheint, einen Krieg gegen eine Guerilla mit Erfolg zu führen."

Was ist oder war Malaya? Malaya entspricht ungefähr dem Territorium des heutigen Staates Malaysia. Der historische Begriff umfasst etliche kleinere staatliche Gebilde und Handelszentren auf der Malaiischen Halbinsel südlich von Thailand, die seit Jahrhunderten begehrte Stützpunkte im chinesisch-indischen Welthandel waren. Während des 19. Jahrhunderts wurde Malaya zum Zankapfel der Kolonialmächte; die Engländer machten das Rennen und verleibten die Region einschließlich des Nordens von Borneo ihrem Empire ein.

1948, als der Entkolonialisierungsprozess bereits lief, begann die überwiegend aus Chinesen bestehende kommunistische Partei in Malaya einen Guerillakrieg. Zunächst, bis 1951, mit Erfolg. Durch Sabotageakte und Anschläge auf Plantagen und Minen versuchten die Untergrundkämpfer, die Einkommensquellen der Briten versiegen zu lassen. Denn ohne Profite, so lautete das Kalkül, würden die Kolonialherren rasch das Interesse an Malaya verlieren. In dieser Phase reagierten Armee und Polizei rigoros. Auch vor kollektiven Repressionen gegen die chinesische Bevölkerungsgruppe schreckten sie nicht zurück – was die Revolte nur anheizte.

Nachdem die Aufständischen sogar Hochkommissar Henry Gurney in seinem Rolls-Royce erschossen hatten und immer dominanter auftraten, wurde General Gerald Templer, ein früherer Leiter des Heeresnachrichtendienstes in London, im Februar 1952 zu Gurneys Nachfolger ernannt. Zugleich übernahm er die Leitung auch der militärischen Operationen.

Mit Unterstützung des britischen Geheimdienstes reformierte er die örtliche Spionage. Agenten infiltrierten erfolgreich die Reihen der Guerilla; deren Schlagkraft nahm ab. Templers Vorstöße und die Unterbrechung ihrer Nachschublinien zwangen die Kämpfer schließlich, sich immer tiefer in den Dschungel zurückzuziehen.