Von hier aus ist es nicht weit zu den Bahngleisen, nur ein paar Schritte. Sehen kann man die vorbeifahrenden Züge zwar nicht. Aber man meint sie zu spüren. Zumindest wird dieses schlichte Eckhaus aus der Wilhelminischen Epoche immer wieder von leichten Erschütterungen durchzuckt. Nichts Dramatisches natürlich, stets nur so kurz wie ein Augenblinzeln. Aber eben doch vernehmbar, wenn man durch das mehrstöckige Haus streift. Man kann gar nicht anders, als unwillkürlich an die Abreise jenes Malers zu denken, der vor hundert Jahren hier glücklich lebte. Der sich hier tatsächlich fast so wie im Paradies fühlte, wie er immer wieder bekannte. Bis er dann schließlich in einem dieser vorbeifahrenden Züge saß, am 8. August 1914, und, immerzu aus dem Fenster seiner Frau und den Kindern zuwinkend, in den Krieg fuhr. August Macke ist tot, hat dann ein paar Wochen später sein Freund Franz Marc geklagt, "der junge Macke".