Als Laie stellt man sich so ein Handy-Ladegerät vielleicht vor wie einen Schlauch, der an der Wasserleitung hängt und einen Vorratstank mit Wasser auffüllt. Ist der Tank abmontiert und der Hahn verschlossen, dann fließt auch kein Wasser heraus – den Schlauch kann man ruhig hängen lassen.

Aber so einfach ist es eben nicht. Das Ladegerät enthält einen Trafo, der die Netzspannung auf die niedrige Ladespannung des Handys heruntertransformiert. Und dieser Trafo verbraucht Energie, auch wenn kein Handy angeschlossen ist. Das kann man schon daran spüren, dass diese Geräte häufig recht warm werden.

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Der Handy-Hersteller Nokia warnt seine Kunden vor diesem "Leerlaufstrom" und behauptet, man könne den Verbrauch von "85.000 Haushalten" einsparen, wenn man die Geräte aus der Steckdose ausstöpseln würde.

Rechnen wir einmal nach: Ein verschwenderisches Ladegerät zieht etwa 0,5 Watt aus dem Netz, wenn kein Handy dran hängt. Macht pro Jahr gut 4 Kilowattstunden (die weniger als einen Euro kosten). Ein deutscher Haushalt verbraucht im Jahr etwa 4000 Kilowattstunden Strom. 85.000 Haushalte – das entspricht demnach dem Leerstrom von 85 Millionen eingestöpselten Netzteilen. Weltweit könnte das hinkommen.

Aber egal, ob die Rechnung des Herstellers nun wirklich realistisch ist oder nicht, der Hinweis ist richtig. Jedes Netzteil, das ständig eingesteckt ist, gleicht einem tröpfelnden Wasserhahn. Darum: Stecker raus!

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