Die Parkuhr hat Geburtstag! Vor 75 Jahren erfand Carlton Cole Magee aus Oklahoma City das erste Gerät zur Parkraumbewirtschaftung. Das Ungetüm hieß Black Maria, fraß Münzen und änderte sein Äußeres im Lauf der Jahrzehnte wenig. Pünktlich zum Geburtstag wurde soeben in San Francisco die zeitgemäße IT-Variante in Dienst gestellt: die "smarte Parkuhr" – vernetzt, flexibel, bargeldlos. Man kann ab sofort mit der Kreditkarte, bald auch mit einer Prepaid-Parkkarte bezahlen. Sensoren verraten der Computerzentrale, wo viel Parkbedarf herrscht – dann steigt der Preis ferngesteuert von 25 Cent auf bis zu 6 Dollar die Stunde. Dafür kann sich der Kunde via Handy über freie Parkplätze informieren lassen. Nach und nach sollen die 25000 Parkuhren der Stadt ersetzt werden.

So alt wie die Parkuhr ist auch der Hass auf das Groschengrab. Der Mensch reagiert offenbar übellaunig auf das Ansinnen, er möge nicht nur sein Geld in der Stadt ausgeben, sondern dabei auch noch fürs Parken bezahlen. Attacken, Tricks und Plünderungen gehören zum Geschäft. Und das gilt besonders für "smarte" Parkuhren. Im Mai legten Hacker in Chicago Hunderte von elektronischen Parkuhren still. 7000 Parkuhren in New York ließen sich eine Zeitlang mit einer TV-Fernbedienung auf null setzen – es hagelte Straftickets für Unschuldige. Und schon haben Hacker demonstriert, wie man problemlos die Prepaid-Parkkarten aus San Francisco umprogrammieren und illegal, aber gratis parken kann.

Doch auch legal ist die Parkuhridee weiterzudenken. In Deutschland, wo die traditionellen Parkuhren seit der Euroeinführung rar sind, begegnet man heute überall Ticketautomaten. Natürlich zentral gesteuert und ständig online. Hier ließe sich endlich Parkplatzvermarktung in Vollendung betreiben: mit der Onlineversteigerung von begehrtem Parkraum. Drei, zwei, eins – meins!