Wir hatten an dieser Stelle bereits mit guten Gründen vor osteuropäischen Frauen gewarnt (ZEITmagazin Nr. 21/09). Es gilt, aufgrund eines aktuellen Anlasses, der die Republik schwer irritiert, die Warnung zu aktualisieren. Und zwar in verschärfter Form. Es ist ja ein schwer zu ertragendes Übel des Journalisten, dass er oft mit größter Berechtigung warnt und mahnt und zetert, aber die Menschen lernen nicht aus Fehlern, sie wiederholen sie mit Passion.

Hatten wir, nachdem der Schauspieler Mel Gibson und der Musiker Ron Wood ihre Ehen aufgrund von russischen Affären aufs Spiel gesetzt hatten, etwa nicht geschrieben, dass der Osteuropäerin mit Vorsicht zu begegnen ist? Haben wir. Und zwar mit Gründen: In grober Verkennung der Landessitten gilt sie nämlich gemeinhin als unemanzipiert, wenn nicht gar als unterwürfig und nuttig: makellose Fingernägel, perfekt gezupfte Augenbrauen, reichhaltiges Make-up und so weiter. In Wahrheit ist die Osteuropäerin zwar aufreizend, nicht selten aber dabei kalt und klug wie eine Sowjetfunktionärin – eine Doppelhelix, die im Westen nicht recht verstanden wird, wo man Klugheit stets mit einem zurückhaltenden, unscheinbaren, in jedem Fall aber: ungeschminkten Auftreten assoziiert. Die Missverständnisse, die sich aus dem Umgang mit Osteuropäerinnen ergeben, sind eigentlich immer verheerend.

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Es mag jedenfalls gute Gründe geben für den Umstand, dass Liliana Matthäus, die gebürtige Ukrainerin, die vor ihrer Ehe noch Kristina Liliana Tchoudinova hieß, ihre Scheidung von Lothar Matthäus vorantrieb durch öffentliches Küssen und Necken auf einer Jacht mit einem italienischen Geschäftsmann. Liliana, erzählte daraufhin ihr Gatte, habe von ihm monatlich einen vierstelligen Betrag für Einkäufe (Kleider, Kosmetik et cetera) erhalten, der aber bereits am Zehnten jedes Monats jeweils aufgebraucht gewesen sei! Außerdem wolle er keineswegs mehr für die jüngste Schönheitsoperation aufkommen (Brustverkleinerung).

Es offenbart sich in diesen kleinen, hässlichen Indiskretionen ganz der Blick des westlichen Mannes auf die Osteuropäerin, wie wir ihn schon vor Monaten beschrieben hatten: Sie, die Unterwürfige, möchte eh nur gekauft werden. Diese schlichte Denkungsart hat Liliana durch ihr Fremdküssen entlarvt und aufs Klügste vorgeführt, dass es ihr in Liebesangelegenheiten natürlich nicht um das Geld geht, sondern immer nur um die Liebe.