DIE ZEIT: Frau Witt, derzeit schwimmen Sie von Kassel durch die Flüsse Fulda und Weser bis an die Nordsee. Gemeinsam mit Ihrem Freund und sieben Enten. Vermutlich sind die Tiere doch zwei Wochen früher am Meer als Sie beide?

Pia Marie Witt: Eben nicht. Enten können zwar viel besser schwimmen als Menschen. Aber sie haben keine Ausdauer. Unsere Tiere schwimmen täglich nur zweimal zwanzig Minuten.

ZEIT: Dann brauchen Sie ja ein Jahr bis an die See…

Witt: Nein, wir zwei schwimmen viel länger als die Tiere. Vier oder fünf Stunden pro Tag. Wenn die Enten nicht im Wasser sind, werden sie in einem Auto zu unseren Zwischenstationen gebracht. Unser Enten-Express wird wie geplant Mitte September in Bremerhaven sein. Nach 45 Tagen auf dem Wasser.

ZEIT: Sie sind am 2. August gestartet. Ist bis jetzt alles gut gelaufen?

Witt: Der erste Abschnitt war hart. Da sind wir auf der Fulda geschwommen – mit nur leichter Strömung. An manchen Tagen haben wir nur acht Kilometer geschafft. Jetzt sind wir auf der Weser und schwimmen mit dem Strom. Da machen wir in vier Stunden bis zu 20 Kilometer. 

ZEIT: Und wie geht es denn den Enten?

Witt: Super. Sie sind verrückt nach Wasser. Die 40 Minuten, in denen wir mit ihnen schwimmen, sind die schönsten am Tag. Da setzen sie sich auf unsere Schultern, knabbern an unseren Ohren oder an den Neoprenanzügen, tauchen unter uns durch. Das ist herrlich.

ZEIT: Wie kamen Sie eigentlich auf die Idee zum Enten-Express?

Witt: Ich schwimme gerne in natürlichen Gewässern. Das mache ich regelmäßig. Mein Traum war immer, bis ans Meer zu schwimmen. Und da dachte ich mir: Am schönsten wäre es doch zusammen mit Tieren, die sich auf dem Wasser auskennen.