Es gibt einen Traum, an den ich mich bis an mein Lebensende erinnern werde: Auf unserer Farm in Nashville hatten wir ein Pferd, es hieß Apachi. Es war das Pferd meines Großvaters. Als mein Großvater vor vier Jahren starb, starb kurz darauf auch Apachi. So wie Menschen, die einen Ehepartner verlieren. Sie sterben an gebrochenem Herzen. Apachi war ein dunkelbraunes Tennessee Walking Horse. Das sind riesige und wunderschöne Pferde. Sehr ruhig und kräftig. Eines Nachts, nachdem Apachi gestorben war, träumte ich davon, dass mein Vater und ich Apachi ausritten. Aber wir ritten ihn nicht einfach. Apachi hatte riesige Engelsflügel. Das gab mir ein Gefühl, als ob mein Großvater sagen würde: "Ich bin dein Schutzengel, ich werde auf dich aufpassen."

Ich habe meinen Großvater sehr bewundert. Er war Sänger, so wie mein Vater. In unserer Familie lieben wir Musik. Großvater war nicht so wahnsinnig berühmt. Aber er war sehr beliebt in der kleinen Stadt, in der er lebte. Er war der Elvis in seiner kleinen Stadt. Er sah sehr gut aus. Alle Mädchen liebten ihn. Aber er war auch ein beliebter demokratischer Politiker. Mein Großvater war sehr, sehr cool.

Heute habe ich leider kaum noch Zeit, nach Nashville zu fahren. Ich bin praktisch auf dem Rücken von Pferden aufgewachsen. Schon als ich klein war, hatten wir sieben Pferde. Doch jetzt wohne ich in Los Angeles. Das ist ein ganz anderes Leben. Aber ich mag es. In Los Angeles kann ich meine Träume leben. Das wäre dort, wo ich herkomme, nicht möglich. In Los Angeles fahre ich Auto. Einen SUV. Hybrid. Er ist blau und ziemlich cool. Ich habe meinen Führerschein sofort mit 16 gemacht.

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Im November werde ich 18 Jahre alt. Darauf freue ich mich schon riesig. Ich werde keine große Party feiern. Für mich gehört es zu meinem Job, auf Partys zu gehen. Ich werde mit meinen engsten Freunden nach Mexiko oder auf die Bahamas fahren, irgendwohin, wo ein schöner Strand ist, an dem wir uns entspannen können. Nicht so wie an meinem 16. Geburtstag, der als TV-Special endete und nicht wirklich als Geburtstagsparty zählte.

Ich habe sehr früh im Showgeschäft angefangen: Ich hatte mein erstes Vorsingen mit elf Jahren, meine erste Platte kam heraus, als ich zwölf war. Es ist interessant, in einer Erwachsenenwelt groß zu werden, Arbeitszeiten wie ein Erwachsener zu haben und die ganze Zeit zu reisen.

Die meisten Jüngeren denken nur an den Augenblick und nicht daran, was später im Leben sein könnte. Ich dagegen gehe sehr nach vorn. Ich wünsche mir ein langes, glückliches Leben. Ich werde mich endlich davon frei machen, was die Leute denken, wie ich sein sollte. Es fühlt sich gut an, wenn man endlich dazu stehen kann. Endlich ein eigenständiger Mensch sein. Einfach sagen, was ich will. Endlich einfach ich selbst sein.

Aufgezeichnet von Ralph Geisenhanslüke