Der Stadtteil Hasenbergl im Münchner Norden ist nicht die feinste Adresse. Umso erfreulicher ist es, wenn gerade dort ein Projekt wächst und gedeiht, dem mancher Skeptiker nur eine geringe Halbwertszeit prophezeite. Die Münchner Schachstiftung ging mit ihren Schachlehrern in die Grundschulen und bot den Kindern kostenlosen Schachunterricht an. Schauen wir stellvertretend in die Paulckeschule mit einer Migratantenquote von über 86 Prozent, in der vier Klassen mit insgesamt 85 Schülern wöchentlich einmal eine voll in den Stundenplan integrierte Stunde Schachunterricht genießen. Rektorin Michaela Fellner: "Wenn Schachtrainerin Dijana Dengler die Klasse besucht, hört man eine Stecknadel fallen."

Doch über die Freude am Schach hinaus konnten die Schachkinder ihre Leistungen um sage und schreibe 0,7 Schulnoten in den Übertrittsfächern verbessern. Robert von Weizsäcker, der Präsident des Deutschen Schachbunds und Schirmherr der Schachstiftung: "Schach kann auf teilweise ganz unbewusste Weise vieles bewirken, gerade bei Kindern." Und wir hören Großmeister Stefan Kindermann, einem der Stiftungsräte, zu, wie er das uralte Problem, wie ein Bootsfahrer einen Wolf, eine Ziege und einen Kohlkopf heil ans andere Ufer bringt, wobei er jeweils nur eine(n) der drei transportieren kann und natürlich der Wolf die Ziege beziehungsweise die Ziege den Kohlkopf fräße, ließe er sie allein, in sieben klaren Lösungsschritten in Verbindung bringt zu unserem heutigen Schachproblem. Wie setzt Weiß in sieben Zügen matt?

Lösung aus Nr. 34:
Welcher weiße Zug bedrohte König und Dame gleichzeitig und führte zum Sieg? Nach 1.Dg3! drohte nicht nur 2.Dxg7+ nebst 3.Dxf7 matt, auch das Abzugsschach 2.Sg6+ mit Eroberung der ungedeckten Dame c7. Schwarz schien mit 1...Se8 beide Drohungen befriedigend pariert zu haben, gab indes nach 2.Sxg7! auf, weil 2...Sxg7 wiederum an 3.Sg6+ scheitert und er sonst chancenlos untergeht.