Wer auf dem Land wohnt, müsste eigentlich besonders große Angst vor Google Street View haben. Was die Kameras alles sehen: ob die Farbe vorm Garagentor abblättert, ob die Tür mit Trockenblumenkränzen geschmückt ist, ob die Rankhilfen helfen und die Staudenhalter halten, und vor allem: was für ein Auto vor dem Haus steht. ( Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie hier )

Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick

In der Großstadt hingegen ist es fast unmöglich, Persönliches vom Google-Bild abzulesen. Großstädter wohnen zumeist in Mehrparteienhäusern. Autos, die herumstehen, können jedem gehören, und wer eine Adresse kennt, weiß noch lange nicht das Stockwerk. Und selbst wenn: Alle im dritten Stock und höher sind vor den Kameras ganz gut geschützt.

Und dennoch widersetzen sich vor allem Großstädter den Google-Bildern und lassen ihr Haus unkenntlich machen, zum Beispiel hat Berlin kaum mehr Einwohner als Brandenburg, aber viermal so viele Einsprüche. Vielleicht ist das so, weil man in der Kleinstadt sowieso keine Privatsphäre hat, man kennt die Nachbarn, ihre Autos, ihre Rabatten. Es ist schon lange ein Spähen und Gespäht werden.

Quelle: Zahl aller Einsprüche gegen Google Street View, die über die unabhängige Internetseitestreetview-einspruch.degesammelt wurden (Stand 24.8.2010). Sie bilden damit nur eine Stichprobe aller Einsprüche gegen Google