Vielleicht kennt Ihr das von Euren Eltern oder denen Eurer Freunde: Weil sie sich lieb haben, sind sie miteinander verheiratet. Aber manchmal, wenn das mit dem Liebhaben nicht mehr so gut klappt, trennen sie sich wieder.

In der Wirtschaft ist das ganz ähnlich. Oft stehen in der Zeitung dann Worte wie "Fusion", "Übernahme" – oder eben "Unternehmenshochzeit". Manchmal ist sogar ganz geschwollen von einer "Hochzeit im Himmel" die Rede. Das war zum Beispiel so, als sich die beiden Autofirmen Daimler-Benz und Chrysler zusammengetan haben. Viele Jahre ist das schon her, und lange hat es nicht gehalten – Daimler und Chrysler haben sich mittlerweile wieder getrennt .

Erst heiraten, dann trennen: Das tun Unternehmen natürlich nicht aus Liebe oder weil sich die Chefs erst supernett und dann saublöd finden. Aber warum dann? Weil es in der Wirtschaft ein paar wichtige Grundsätze gibt. Einer davon lautet: Größer ist besser.

Bleiben wir bei Autos. Wenn es zwei Hersteller gibt, bedeutet das auch, dass alles zweimal gemacht wird. In beiden Unternehmen arbeiten Forscher und Ingenieure ständig daran, bessere Fahrzeuge zu bauen. Sie entwerfen neue Karosserien, basteln an neuen Autositzen und entwickeln neue Motoren. Alles doppelt. Das kostet jedes der beiden Unternehmen viel Geld.

Wer sich aber zusammentut, kann sparen. Das haben schon viele Firmen gemacht. Volkswagen, Audi und Skoda zum Beispiel. Die wollten sich die Arbeit teilen: Einer sollte Motoren entwickeln, die dann aber in ganz verschiedene Fahrzeuge eingebaut werden. Den meisten Autokäufern ist das egal, denn von außen sehen die Wagen ja immer noch unterschiedlich aus. Nur im Innern steckt oft dasselbe. Oder hättet Ihr gedacht, dass im VW Golf, dem Audi A3 und dem Skoda Octavia der gleiche Motor läuft? Ist jedenfalls so.

Diese Idee funktioniert übrigens nicht nur bei Autos, sondern auch bei Fernsehern, Handys, Computern und Spielekonsolen. Fast überall können Unternehmen viel Geld sparen, wenn sie sich zusammentun. Dadurch können sie ihre Waren dann viel billiger anbieten. Und das freut wiederum die Kunden, weil sie weniger dafür bezahlen müssen.

Eigentlich sind Unternehmenshochzeiten also eine tolle Sache für alle, könnte man denken. Aber leider gibt es auch ein paar Haken. In der Wirtschaft gilt nämlich noch ein anderer wichtiger Grundsatz: Größer ist zwar besser. Aber zu groß ist schlecht.