Gibt es eigentlich nicht mehr. Alles ist erlaubt in der Liebe, der Seitensprung ein Achselzucken, die Trennung einer Ehe noch nicht mal mehr für Feministinnen ein prickelnder Befreiungsschlag. Latex ist partyfähig. Wie süß, wenn dann gelegentlich "die Geliebte" noch einen kleinen Auftritt hat. Wo? Typischerweise im Tatort. Oder: im Vermischten. Hier wie dort findet man sie, etwa nach Sexspielen, im uncoolen Tränenbad oder am Wegrand entsorgt. Die Geliebte lebt gefährlich, der Geliebte übrigens auch. Er ist nur mehr denkbar als toy boy einer älteren, selbstredend selbstsüchtigen Dame. Wenn er überlebt, dann um den Preis der Lächerlichkeit, wie einer, den es eigentlich nicht mehr gibt und der doch, so wie die Geliebte, seine Existenz dieser altmodischen Sehnsucht nach dem Verbotenen verdankt.

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