1. Shari Heger, 17

Woran glaubst du?

Viele Jugendliche leben vor sich hin in ihrer kleinen Welt, von einem Wochenende zum nächsten. Für die große Welt um sie herum fehlt ihnen das Interesse. Ich fände es schöner, wenn sich mehr Leute für etwas begeistern könnten. Wie ich mich für das Filmemachen. Vor Kurzem habe ich mit dem Medienprojekt Wuppertal einen Film über eine Vergewaltigung unter Jugendlichen gedreht. Ich habe das Drehbuch geschrieben, meine Freunde haben als Schauspieler mitgemacht. Die Technik, das Experimentieren mit der Kamera oder Schneiden, macht mir viel Spaß, vor allem aber möchte ich mich ausdrücken und meine Zuschauer zum Nachdenken bringen. Und dann die Teamarbeit, in der so ein Film entsteht: Das ist etwas anderes, als wenn ich allein für mich ein Bild male. Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn so ein Film fertig ist und man sagen kann: Den habe ich gemacht.

Wessen Meinung ist dir wichtig?

Ich gebe viel auf das, was meine Familie denkt über meine Entscheidungen und die Filme, die ich drehe. Dann sind da meine Freunde, mit denen ich über meine Ideen diskutiere. Ja, man kann sagen, dass ich ein ganzes soziales Netzwerk um mich habe.

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Dann lebe ich in einer Großstadt, wo viel los ist, in Hamburg vielleicht. Auf jeden Fall weiß ich, dass ich nicht hier in Hörstel bleiben kann, dem kleinen Ort, in dem ich aufgewachsen bin. Es wird mir nicht leichtfallen, hier wegzugehen. Doch selbst wenn ich zu Besuch komme, wird es nicht mehr das Gleiche sein, weil dann auch meine Freunde nicht hier sind. Was noch? Obwohl die Konkurrenz enorm ist, werde ich es in zehn Jahren in die Filmhochschule geschafft, mein Regiestudium absolviert und das Filmedrehen zu meinem Beruf gemacht haben.