Den Gurken aus dem Supermarkt ist die Bitterkeit weitgehend weggezüchtet worden. Sie produzieren kaum noch sogenannte Cucurbitacine, die für den bitteren Geschmack verantwortlich sind. Hobbygärtnern hingegen passiert es manchmal noch, dass eine ihrer Gurken bitter ist.

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Was begünstigt die Entstehung von Bitterstoffen? Dazu finden sich die unterschiedlichsten Angaben: zu kaltes Wetter, zu heißes Wetter, zu unterschiedliches Wetter. Generell scheint Stress die Gurke zu verbittern, zum Beispiel wenn sie unregelmäßig gewässert wird. Und auch die Düngung scheint eine Rolle zu spielen: Ein Gartenfachmann warnt vor einem zu hohen Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff im Boden, etwa durch Kompostdüngung.

Was aber hat es mit der Schälrichtung auf sich? Weil bei jeder Gurke der Stiel bitter ist, an dem sie wächst, ist der Stielansatz der gefährdetste Teil der Frucht. Daher kommt der Tipp, die Gurke stets vom Blütenansatz zum Stiel hin zu schälen.

Aber können Bitterstoffe denn durch das Schälmesser auf den Rest der Gurke "verschmiert" werden? Das klingt nicht plausibel, und ich habe Berichte von entsprechenden Schälversuchen gefunden, die übereinstimmend sagen, dass auf diese Weise keine Bitterkeit übertragen wird. Darum sollte man eine verdächtige Gurke am Stielansatz testen, gegebenenfalls dort großzügig anschneiden und eine dickere Schicht der Schale entfernen. Wenn’s dann noch bitter schmeckt, muss die Gurke in den Müll. 

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