Die Kinogeschichte trägt kurze Hosen, runde Brillengläser und lächelt. "Ich wollte Ihnen mit den Shorts halt a bissel was bieten, wenn Sie schon von so weit her gekommen sind", sagt Eric Pleskow und schaut an seinen Beinen hinunter. Schon am Telefon hatte sein Wienerisch so angenehm geklungen. Wir stehen auf dem Bahnhofsparkplatz von Westport, Connecticut, eine Zugstunde von New York. Eric Pleskow zeigt auf seinen roten Lexus und sagt: "Jetzt gehen wir erst mal was Richtiges essen!"
Das ist er also. Eric Pleskow, Wiener Jude, Emigrant. Hollywoodlegende. Zehn Oscars allein für den besten Film gewann das Studio United Artists während seiner Ägide, unter anderem für Einer flog über das Kuckucksnest, Der Stadtneurotiker, Das Schweigen der Lämmer. Er arbeitete mit Billy Wilder, Coppola und Scorsese, verhalf dem tschechischen Emigranten Milos Forman zum Neubeginn in Hollywood, entdeckte Sylvester Stallone und Oliver Stone. In seinen Anfängen als europäischer Verleihchef in Paris, der auch für die Koproduktionen von United Artists verantwortlich war, ermöglichte Pleskow Filme von Fellini, Pasolini, Truffaut und Bertolucci. Kurz: Ohne Eric Pleskow würde der Wind durch die Löcher der Kinogeschichte pfeifen. Und jetzt sitzt er bei Gold’s, einem jüdischen Imbiss in Neuengland, und sagt ein bisschen lakonisch, die Gegenwart sei ihm doch sympathischer als die Vergangenheit.