Die Frage: Clara und Max kennen sich erst seit Kurzem. Clara hat an Max gefallen, dass er behauptete, er habe mit den Frauen abgeschlossen. Viele ihrer ehemaligen Partner waren eifersüchtig, sie hatte immer Angst um ihre Unabhängigkeit. Mit Max kann sie wunderbar über diese Ängste reden. Nun wollen sie die Gemeinsamkeiten genießen, ganz im Jetzt leben, Beziehungsautomatismen und Enge vermeiden. Plötzlich aber stören Clara Max’ Bindungsängste. Vor allem, wenn dieser aus Angst vor einer Schwangerschaft nicht mit ihr schlafen möchte, obwohl sie sorgfältig verhütet. Er behauptet, sie würden sicher fürchterliche Eltern. Clara fragt sich, warum sie diese Reaktion so sehr irritiert – sie will selbst nicht unbedingt eine feste Beziehung und Kinder. Sie fragt sich auch, ob sie selbst für die Situation mit verantwortlich ist.

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Wolfgang Schmidbauer antwortet: Ich kann Clara gut verstehen, dass sie sauer ist, wenn Max behauptet, schon zu wissen, dass sie als Eltern eine Katastrophe wären, und sich zurückgewiesen fühlt, wenn er lieber nicht mit ihr schläft, weil er Angst hat, durch eine schwangere Frau an die Kette gelegt zu werden. Max könnte ihr doch den Glauben an ihre mütterlichen Qualitäten lassen, auch wenn er keine Kinder möchte!

Gegenwärtig strapaziert er diese Qualitäten ohnehin, ohne es zu ahnen: Denn Clara macht sich Gedanken darüber, ob sie für das Verhalten von Max verantwortlich ist. Sie sollte eher darüber nachdenken, was einen Mann für sie anziehend macht, der vorgibt, mit den Frauen abgeschlossen zu haben. Will sie ihn retten? Sich beweisen, dass sie es ist, die jede beleidigte Schnecke aus ihrem Gehäuse lockt?