Der eine ist Polizist, der andere Arzt, einer Lehrer, ein anderer Automechaniker – die meisten Erwachsenen haben einen Beruf und gehen jeden Tag zur Arbeit. Doch es gibt auch Erwachsene, die keine Arbeit haben. Die morgens nicht ins Büro fahren und auch nicht abends zur Nachtschicht ins Krankenhaus, sondern die fast den ganzen Tag zu Hause sitzen. Nicht freiwillig, weil sie sich etwa um ihre kleinen Kinder kümmern, sondern einfach, weil sie keinen Arbeitsplatz haben, wo sie hingehen könnten. Das ist schlimm, denn so können sie kein Geld verdienen. Und oft werden sie auch unglücklich: weil an ihnen das Gefühl nagt, nicht dazuzugehören und nicht gebraucht zu werden. Warum gibt es das? Menschen ohne Arbeit? Arbeitslose?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Der erste ist ziemlich harmlos. Stell Dir vor, Du bist irgendwann mit der Schule fertig und sogar mit der Uni, Du willst selbst Lehrer werden und hast Französisch und Geschichte studiert. Dann musst Du Dir eine Schule suchen, die einen Lehrer mit dieser Fächerkombination braucht. Du musst Dich bewerben, jemand muss sich für Dich entscheiden, und schließlich kann es noch bis zum Beginn des neuen Schuljahres dauern, bis Du anfangen kannst zu unterrichten. So vergeht eine Menge Zeit, und Du bist vielleicht ein halbes Jahr arbeitslos. Einfach, weil der Übergang in einen passenden Job Zeit braucht. Das ist gar nicht so ungewöhnlich. Es kommt oft vor, wenn jemand seinen Arbeitsplatz verliert und einen neuen sucht oder nach Jahren der Kindererziehung wieder zurück in den Beruf will oder umzieht und deshalb eine neue Stelle braucht. Experten sprechen dabei von "Sucharbeitslosigkeit".

Ein zweiter Grund für Arbeitslosigkeit ist schon schlimmer: Es kann sein, dass die angebotenen Jobs nicht richtig zu denjenigen passen, die arbeiten möchten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn viele Eltern eine Teilzeitarbeit suchen, aber nur Jobs angeboten werden, in denen man von morgens bis abends arbeiten muss. Oder wenn Menschen in Mecklenburg-Vorpommern eine Arbeit suchen, es aber vor allem bei Firmen in Bayern und Baden-Württemberg etwas zu tun gibt. Oder es möchten ganz viele als Französischlehrer anfangen, doch die Kinder an den Schulen wollen lieber Spanisch lernen. In diesen Fällen kann es sehr schwierig werden, einen Arbeitsplatz zu finden. Das gilt auch, wenn Menschen keinen Schulabschluss und keine Berufsausbildung haben. Denn Arbeitsplätze, bei denen man beides nicht braucht, gibt es immer seltener.

Ein dritter, wichtiger Grund für Arbeitslosigkeit ist etwas schwieriger zu erklären. Immer wieder kommt es vor, dass Firmen etwas herstellen, Autos oder Maschinen zum Beispiel, und plötzlich wird viel weniger davon gekauft, als die Unternehmer erwartet haben. Manchmal trifft das nur einen bestimmten Wirtschaftszweig, also zum Beispiel die Autohersteller, dann wieder fast alle Firmen. Manchmal schwanken die Verkaufszahlen nur ein bisschen, dann wieder gehen sie so stark zurück, dass man von einer Krise spricht. In diesen Situationen kann es sein, dass die Firmen Angestellte entlassen, weil es nichts mehr für sie zu tun gibt. Erst wenn die Krise vorüber ist, stellen die Firmen wieder mehr Leute ein. In vielen Ländern ist das gerade ein wichtiger Grund für Arbeitslosigkeit.

Wie kann man den Menschen nun helfen, die keine Arbeit haben? Zum einen mit Geld. Wer einige Zeit in eine Versicherung eingezahlt hat, bekommt Arbeitslosengeld. Je nach Alter bis zu zwei Jahre lang. Wer in dieser Zeit nichts findet (oder nicht in der Versicherung war), erhält Arbeitslosengeld II. Das gibt es im Prinzip unbegrenzt, aber es ist auch nur sehr wenig Geld. Am meisten würde vielen Arbeitslosen aber eine neue Stelle helfen. Denn wer jahrelang keine Arbeit hat, leidet oft sehr darunter oder wird sogar krank. Deshalb bekommen Arbeitslose nicht nur Geld, sondern Berater helfen ihnen auch bei der Jobsuche, bieten ihnen Weiterbildungskurse an oder zumindest eine vorübergehende Beschäftigung.