An diesem Wochenende trifft sich die deutsche Schachsammlergilde in Nürnberg, um sich dort in jedwedem Sinne auszutauschen, aber sicher auch, um der herrlichen Schachspielesammlung im Germanischen Nationalmuseum einen Besuch abzustatten und des großen Schachbürgers dieser Stadt, Dr. med. Siegbert Tarrasch, zu gedenken, der ebenso stolz wie zu Recht den Titel "Praeceptor Germaniae" trug. Dieser (Schach-)Lehrmeister Deutschlands und stärkste Rivale von Weltmeister Dr. Emanuel Lasker eröffnete in seiner Heimatstadt 1896 ein Turnier, das zu den besten der Schachgeschichte gehört: "Meine verehrten Meister der edlen Schachspielkunst! Als wir die Einladungen zu unserem Turnier ergehen ließen, da schwebte uns als Ziel, aufs Innigste zu wünschen, der Gedanke vor, ein Turnier zustande zu bringen, an welchem nur die wirklichen Meister des königlichen Spiels unter sorgfältigem Ausschluss aller Dilettanten teilnehmen sollten… Wir wagten es kaum zu hoffen, die berühmtesten Meister aus aller Welt bei uns zu versammeln. Aber die schöne Wirklichkeit hat unsere kühnsten Hoffnungen noch weit übertroffen… Der Schachclub Nürnberg rief, und alle, alle kamen. Eine Elitetruppe Caissas (der Schachgöttin), wie sie Deutschland, ja wie sie die Welt bisher noch nie gesehen hat."

Es gewann schließlich Lasker vor dem Ungarn Géza Maróczy, und dahinter lagen punktgleich Tarrasch und das amerikanische Genie Nelson Pillsbury. Wie konnte Lasker als Weißer am Zug den russischen Meister Schiffers in spätestens sechs Zügen mattsetzen?

Lösung aus Nr. 40:
Mit welch feinem, leisem Zug brachte Weiß den eingeklemmten schwarzen Monarchen schnell zur Strecke? Der kleine Vorwärtsschritt 1.Kg2-g3! nahm dem gegnerischen König die letzte Fluchtmöglichkeit nach h4. Schwarz versuchte noch 1...Ta5, war aber nach 2.Lg6+ Kg5 3.f4+ gxf4 (en passant) 4.h4 matt; auch das Zwillingsmatt 3.h4+ gxh4 (en passant) 4.f4 matt war möglich