Viele Menschen bezahlen beim Einkauf im Supermarkt an der Kasse nicht mit Bargeld, sondern mit einer Bankkarte. Das Geld wird dann automatisch von ihrem Konto abgebucht. Wenn man zum Arzt geht, gibt man am Tresen in der Praxis auch eine Karte ab, die so ähnlich aussieht wie eine Bankkarte. Aber die Arztpraxis bucht kein Geld direkt vom Konto ab.

Meistens bekommt der Arzt sein Geld nämlich nicht direkt von den Patienten, sondern von der Krankenkasse. Die Plastikkarte, die man beim Arzt vorlegen muss, zeigt ihm, dass man versichert ist. So weiß zum Beispiel der Zahnarzt, dass er Geld dafür bekommt, wenn er Eure Zähne kontrolliert. Aber woher kommt denn nun das Geld, das der Arzt nach der Behandlung erhält?

Die meisten Menschen in Deutschland sind in den sogenannten gesetzlichen Krankenkassen versichert. Mathematiker haben ausgerechnet, wie viel Geld diese Kassen brauchen, damit alle Menschen sorglos zum Arzt gehen können.

Die Summe muss gemeinsam von allen Versicherten aufgebracht werden. Jeder, der arbeitet, gibt deshalb jeden Monat einen bestimmten Anteil von seinem Lohn ab. Wer viel verdient, muss mehr zahlen als jemand, der nur wenig verdient. Das Geld für die Krankenkasse zahlt der Arbeitnehmer aber nicht allein, die eine Hälfte des Beitrages übernimmt sein Chef. Alle Beiträge kommen in einen Topf, der Gesundheitsfonds heißt. Und aus diesem Topf werden die Gelder an die Krankenkassen verteilt.

Einige Kassen bekommen viel Geld, andere weniger. Denn in manchen Krankenkassen sind mehr ältere und kranke Menschen versichert, die öfter zum Arzt gehen müssen und teure Medikamente benötigen. Diese Rechnungen bezahlen die Krankenkassen mit dem Geld, das sie aus dem Fonds bekommen. Die Beiträge, die Eure Eltern jeden Monat in die Krankenkasse einzahlen, werden im Gesundheitsfonds "umverteilt", wie Fachleute dazu sagen.

Neben den gesetzlichen gibt es auch private Krankenkassen. Wer hier versichert ist, zahlt nicht einen bestimmten Anteil seines Gehalts. Der Beitrag wird für jede Person einzeln festgelegt und daran bemessen, wie gesund oder krank, alt oder jung sie ist. Privat Versicherte erhalten eine Rechnung vom Arzt und holen sich das Geld von ihrer Versicherung zurück.

Grundsätzlich gilt, dass die Beiträge in jedem Fall fließen. Ein Brot oder ein Eis bezahlt man hingegen nur, wenn man es wirklich kauft. In die Krankenkasse dagegen müssen alle immer einzahlen, egal, ob sie gerade zum Arzt müssen oder ob sie kerngesund sind. Nur so funktioniert eine Versicherung: Man zahlt für das Risiko , dass man krank wird. Jene, die gesund bleiben, sorgen also mit ihren Beiträgen für die Behandlung der Kranken mit.