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Ich träume davon, dass wir mal ein Sonderheft über Ponys machen. Ich träume von Berlin am Meer mit Blick auf die Alpen. Ich träume davon, Schnapsbrenner zu werden, irgendwo im Süden. Mit dem Traktor fahre ich das Obst mit sechs km/h gemütlich nach Hause und brenne den besten Schnaps der Welt. Ich träume davon, noch einmal als Kind im Obstgarten meiner Großeltern im Gras zu liegen und leise ihre Stimmen zu hören.

Mainz wird Meister. Ich träume davon, beim Boxen die Arme unten zu halten. Harald Schmidt erklärt mir, was man mit den Händen macht, wenn man steht und redet. Ich träume davon, dass die Redaktion noch mal so feiert, wie sie es anscheinend in den siebziger Jahren getan hat. Von einem Song, der den Herbst vertreibt. Davon, dass der Winter in Berlin nicht wieder acht Monate lang wird. Von einem niedrigschwelligen Nachholkurs für Kommaregeln. Und von der Abschaffung des Ehegattensplittings. Dortmund wird Meister.

Meine Kollegen sollten mehr arabische Freunde haben. Im Halbschlaf träume ich davon, dass meine kleine Tochter endlich eine Nacht durchschläft. Ich träume von der autofreien Stadt. In meinem Traum sehe ich kompakte Mountainbikes, Retro-Rennräder, schnelle Fixies, stabile Lastenräder. Ich träume von Musik, die völlig anders klingt als alles bisher Gehörte. Drei Wochen Urlaub ohne Internetzugang. Mein Bruder überwindet seinen Liebeskummer.

Aufwachen und feststellen, dass der 11. September 2001 nur ein böser Traum war. Krieg, Armut, Krankheiten – alles weg.

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Ich träume davon, dass sich Eltern die Kita für ihre Kinder aussuchen können und nicht die Kitas die Eltern. Ich träume von täglichen Lachanfällen. Davon, verlorene Freunde wiederzusehen. Von einer weiteren Staffel 24 . Von einem Radio-DJ, der mich mit seiner Musik immer wieder umhaut. Ich träume davon, dass ein Mittel gegen Lobbyismus erfunden wird. Ich träume von einer Welt, in der es französischen Rohmilch-Camembert und deutsches Kürbiskernvollkornbrot an einer Stelle gibt, damit ich mich nicht mehr zwischen meinen beiden Identitäten entscheiden muss. Ich kenne mich über Nacht mit guten Weinen aus.

Ich träume von einem großen Schinkenbrot. Ich träume davon, dass ich eine wahre Liebesgeschichte schreiben könnte. Ich träume davon, auf zwanzig Quadratmetern in einem Hinterhaus in Palermo zu leben. Ich wünsche mir: von allem mehr!

Ich träume davon, dass mir die Weltformel einfällt. Ich träume davon, schon siebzig, aber noch gesund zu sein. Vom glückseligen Lebensabend meiner Eltern. Ich träume davon, dass Rauchen gesund wäre. Ich träume vom wunderbaren Jahr 1810. Ich kaufe mir ein Rad. Stille.

Die Redaktion des ZEITmagazins, 40,8 Jahre im Durchschnitt, kam an allen möglichen Orten zur Welt und lebt jetzt in Berlin.

Aufgezeichnet von der Redaktion des ZEITmagazins

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