Ausschnitt aus dem Programm der Science Busters. Quelle:sciencebusters.at

DIE ZEIT: Herr Puntigam, Sie sind ein erfolgreicher Kabarettist. Warum treten Sie jetzt ausgerechnet mit zwei Physikprofessoren auf?

Martin Puntigam: Physiker sind anspruchslos und Herrschaftsstrukturen gewohnt. Ich befehle gerne, da habe ich mir zwei ausgesucht. Im Ernst: Die Idee stammt nicht von mir, sondern von den Physikern. Die beiden standen schon zusammen auf der Bühne, aber ihre ersten Veranstaltungen dauerten fünf Stunden. So kamen sie auf die Idee, sich moderieren zu lassen. Ich war der einzige Kabarettist, den sie kannten.

ZEIT:Physik ist sexy, lautet das Motto der Science Busters. Warum sexy?

Werner Gruber: Wenn man Fragen an die Natur stellt, ist das wie eine Liebe, die teilweise erwidert wird. Wenn ein Experiment nicht funktioniert, verlässt sie einen.

ZEIT: Auf der Bühne rechnen Sie die quantenphysikalische Wahrscheinlichkeit aus, dass ein Spermium durch ein Kondom tunnelt...

Gruber: ...die ist sehr sehr, sehr gering. Es müssen sehr viele Leute sehr regelmäßig Sex haben und dabei Kondome verwenden, damit das im Laufe der Menschheitsgeschichte ein einziges Mal geschieht.

ZEIT: Ist das Physiker-Humor?

Gruber: Yep. Ich muss aber fairerweise hinzufügen, dass die Frage von Herrn Puntigam stammt. Der stellt Fragen, die sich ein normaler Mensch nie stellen würde, die wir aber mit der Physik beantworten können.

ZEIT: Professor Oberhummer, Sie haben als Theoretischer Physiker Karriere gemacht – was hat Sie getrieben, auf die Bühne zu treten?

Heinz Oberhummer: Ich wollte den Menschen schon immer erzählen, wie spannend Naturwissenschaft und Technik sind. Seit meiner Pensionierung habe ich endlich die Zeit dafür.

ZEIT: Professoren zu Clowns?

Gruber: Clown ist ein ehrenwerter Beruf, aber Kollege Oberhummer und ich sind keine Clowns, sondern primär Physiker, auch auf der Bühne. Wir möchten Wissen vermitteln.

ZEIT: Und dafür schießt der Professor mit einem Laserstrahl einen Luftballon kaputt und bringt eine Gurke mit Wechselstrom zum Glühen?

Oberhummer: Wichtig beim Kabarett ist, dass man es spannend, interessant, verständlich und unterhaltsam macht. Das sind Reizwörter für manche meiner Kollegen. Wir nutzen das Kabarett als Lockmittel, um Menschen für Wissenschaft zu begeistern.