Karrieretipps: Die perfekte Bewerbung Markus Peuler von Fox Mobile, Anbieter für mobile Unterhaltung, gibt Tipps für Bewerbungen

Was haben Schönheitschirurgen und Bewerber gemeinsam? Beide tilgen Makel aus: der eine Falten im Gesicht; der andere Lücken im Lebenslauf. Eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ergab: Die Hälfte aller 1960 geborenen Männer war nicht durchgehend berufstätig. Bei den Frauen liegt die Quote noch höher.

Unebenheiten im Lebenslauf – wie geht man damit um? Ist es überhaupt sinnvoll, sie zu glätten? Oder verhält es sich mit solchen Lücken, etwa durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit, nicht wie mit Falten im Gesicht: dass man, wie Brigitte Bardot sagte, stolz auf sie sein darf? Gegenfrage: Glauben Sie, die Bardot habe seit ihren ersten Fältchen nie mehr in den Schminktopf gegriffen?

Jede Woche gibt der Coach Martin Wehrle Tipps für den Erfolg im Job in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn"

Sicher hat sie! Mit jedem Fältchen etwas mehr. Wer Falten im Gesicht oder Lücken im Lebenslauf hat, darf natürlich stolz auf sie sein. Aber er darf nicht erwarten, dass der Betrachter ihn für attraktiver als einen makellosen Kandidaten hält.

Für Sie kann es wichtig gewesen sein, dass Sie eine Arbeitslosigkeit überwunden, die Welt umreist, einen kranken Angehörigen gepflegt oder sich ein Jahr Ihrer großen Liebe statt dem Büro gewidmet haben.

Das Fatale ist nur: Solche Bekenntnisse liefern dem Personaler eine Steilvorlage, um Ihre Bewerbung auszusortieren. Und genau darin – im Aussortieren – sehen viele Personalentscheider ihren Job.

Alles, was von der Norm abweicht, landet auf dem Haufen "unbrauchbar". Der Blick ist (leider) nicht auf die Stärken eines Bewerbers, sondern auf seine vermeintlichen Schwächen gerichtet. Unregelmäßigkeiten im Lebenslauf führen regelmäßig zu Absagen

Was folgt daraus?

Seien Sie stolz auf Ihr Leben, auch auf die Umwege.

Aber tun Sie als Bewerber alles, Ihre Stationen so zu verkaufen, dass der Empfänger seinen Vorteil sieht. Waren Sie wirklich nur arbeitslos? Oder haben Sie in dieser Zeit etwas für den Beruf gelernt, durch Lektüre, durch Kurse, durch Erfahrungen? War Ihre Weltreise wirklich nur eine Vergnügungstour?

Oder haben Sie dabei etwas über fremde Kulturen, Sprachen und Geschäftsgebaren erfahren? Ich wette: Hinter jeder "Falte" Ihres Lebenslaufes findet sich, wenn Sie genau hinschauen, ein hübscher Vorteil für einen künftigen Arbeitgeber. Zeigen Sie diesen Nutzen auf, heben Sie ihn im Lebenslauf wie beim Schminken hervor. Dann geben Sie eine gute Figur ab. Und sehen als Bewerber nicht alt (und faltig) aus.