Baskenmütze, Bombenterror, regentrübe Hügel und graue Vororte. Hartnäckig hielten sich die Vorurteile über die Region im Norden der Iberischen Halbinsel, wo die Pyrenäen an den Golf von Biskaya stoßen.

Georges Hausemer brauchte drei Besuche, bis er San Sebastián (baskisch: Donostia) zu seiner "absoluten iberischen Lieblingsstadt" kürte. Das Seebad mit seinen gut erhaltenen Gebäuden aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert empfiehlt der Luxemburger Schriftsteller und Reisereporter nicht nur Nostalgikern und Flaneuren.

Die kochenden Kerle von der Muschelbucht, so der Untertitel des Buches, versprechen zudem feinste Gaumenfreuden. In 17 Kapiteln stellt der Autor das Baskenland als eine Region der Besonderheiten und Kuriositäten vor. Er geht auf die rätselhafte Sprache ein und entdeckt uralte Sportarten, für die man Äxte, Ochsen und Ziegenlederbälle braucht. Er zeigt die aufgeblätterte Erdgeschichte beim Küstenstädtchen Zumaia, erklärt, warum ausgerechnet Guerníca, die älteste Stadt im Baskenland, in Schutt und Asche gebombt wurde, und beschreibt, wie der Guggenheim-Effekt nicht nur das Stadtbild Bilbaos verändert hat. Weich gewölbt und schuppig schimmernd wie ein am Ufer des Nervión gestrandetes Reptil, ziert der avantgardistische Museumsbau den Umschlag des Reiselesebuches und räumt, ganz Symbol des neuen, modernen Baskenlandes, letzte Zweifel an den Reizen der Region aus.

Georges Hausemer: "Lesereise Baskenland. Die kochenden Kerle von der Muschelbucht." Picus Verlag; Auflage: 1. Auflage. (5. Juli 2010). 132 Seiten, 14,90 €. ISBN-10: 3854529791