Schachlehrbücher für Kinder sind Legion – auch Ihr Autor hat sich schon daran versucht. Doch wer denkt an die Eltern? Dafür ist im Verlag Chessgate ein Handbüchlein von Jörg Sommer und Bernd Rosen erschienen: Hilfe, mein Kind spielt Schach! Springen wir gleich in medias res.

"Ihr Kind spielt Schach? Herzlichen Glückwunsch! Schach schult den Charakter, fördert die Konzentrationsfähigkeit, trainiert das logische Denken. Schachspieler sind erfolgreicher, durchsetzungsfähig und geduldig. So weit die guten Nachrichten. Ihr Kind spielt Schach? Herzliches Beileid! Denn Schach verlangt Engagement, Lernbereitschaft und eine gehörige Portion Leidensfähigkeit – besonders von den Eltern junger Schachspieler."

Wobei durchaus auch die Kehrseite sich aufopfernder Eltern angesprochen wird: "Schachturniere für Kinder sind eine tolle Sache – wenn nur die Eltern nicht wären!"

Das meint man auch von anderen Sportarten zu kennen. Über das "Polgar-Experiment" und dessen Für und Wider, bei dem der Vater seine drei Töchter durch frühe Förderung zu den besten Spielerinnen der Welt machte, wird ebenso berichtet, wie die Mutter des Weltmeisters Garri Kasparow zu Wort kommt: "Ohne die Zähne zusammenzubeißen, ohne äußerstes Streben kann man nie das höchste Ziel erreichen."

Nun, wenn ich die Autoren recht verstanden habe, ist das auch gar nicht nötig. Immerhin ist die folgende Kombination von der Deutschen Jugendmeisterschaft U10 auch schön: Mit welchem energischen Zug kam Weiß in entscheidenden Vorteil?

Lösung aus Nr. 46:
Welcher weiße Opferzug brachte diesem materiellen Gewinn? Nach der Läuferattacke 1.La3! war der Läufer wegen 1...Dxa3 2.Tc7 mit undeckbarem Matt auf g7 tabu. Schwarz versuchte noch 1...Dg3, war aber nach 2.Lxf8 Txf8 wegen des Qualitätsverlusts verloren

Weitere Schachrätsel unseres Autors finden Sie im Buch: "Helmut Pfleger, ZEIT-Schachspalten. 120 amüsante Aufgaben mit überraschenden Lösungen aus DIE ZEIT"; Praxis Schach, Edition Olms 2009; 16,80 Euro