Das Tolle an Opas und Omas ist: Sie haben viel mehr Zeit als Eltern, weil sie nicht arbeiten gehen müssen. Und trotzdem kaufen sie einem gern Geschenke. Die Frage ist nur: Woher haben sie ihr Geld, wo sie doch nicht mehr arbeiten?

Manche Oma soll ja einen Sparstrumpf unter der Matratze verstecken, die meisten Großeltern haben aber wohl eher Erspartes bei einer Bank. Sie bekommen außerdem jeden Monat neues Geld überwiesen – ihre Rente. Die zahlt nicht das Unternehmen, für das sie früher tätig waren, sondern die Deutsche Rentenkasse, die zum Staat gehört.

So lange Menschen in einer Firma arbeiten, zahlen sie in diese Kasse ein. Allerdings nicht freiwillig, sie sind gesetzlich dazu verpflichtet. Wenn sie aufhören zu arbeiten, also in Rente gehen, bekommen sie Geld aus dieser Kasse. Das klingt logisch: Man bekommt das Geld zurück, das man so viele Jahre eingezahlt hat. Tatsächlich ist es anders. Das Geld, das die Erwachsenen, die jetzt arbeiten, in die Kasse zahlen, wird sofort an die verteilt, die schon nicht mehr arbeiten. Ganz grob gesagt, bekommen die Großeltern das Geld, das die Eltern einzahlen.

Die Rentner, die während ihres Arbeitslebens mehr Geld eingezahlt und länger gearbeitet haben als andere, bekommen dabei etwas mehr. Bei manchen Omas ist es so, dass sie nur kurz oder gar nicht gearbeitet haben, weil sie sich um die Kinder kümmerten. Diese Omas haben also wenig oder gar nichts in die Kasse eingezahlt. Sie bekommen nur eine ganz kleine oder gar keine Rente und müssen vom Geld ihres Mannes leben (wenn die beiden dabei zu arm bleiben, hilft der Staat). Wenn der Mann in einem solchen Fall früher stirbt, dann bekommt die Oma einen Teil (meistens 60 Prozent) seiner Rente, solange sie lebt, weitergezahlt.

Das System, in dem die Jungen für die Alten zahlen, nennt sich – Achtung, nicht abschrecken lassen – "Umlagefinanzierung". Denn das Geld der Jungen wird auf die Alten umgelegt. Das funktioniert so lange gut, wie es viele junge Leute gibt, die arbeiten. In Deutschland und vielen anderen Ländern gibt es aber inzwischen ein Problem: Die alten Menschen werden immer älter, so werden sie auch immer mehr. Gleichzeitig kommen aber weniger junge Leute nach, weil die Menschen nicht mehr so viele Kinder bekommen wie früher. Es gibt also weniger junge, arbeitende Menschen, die in die Kasse einzahlen, und mehr ältere Leute, die daraus Geld beziehen.

Dieses Problem ist auch den Politikern aufgefallen. Sie streiten schon lange über die richtige Lösung. Erste Möglichkeit: den Älteren weniger Rente zahlen. Ihre Ansprüche wurden auch gesenkt. Aber übertreibt man damit, könnte das Geld bei vielen zu knapp werden (Geschenke für die Enkel wären vielleicht gar nicht mehr drin). Zweite Möglichkeit: Alle, die jetzt arbeiten, zahlen mehr Geld ein. Das ist aber auch problematisch, weil die jungen Menschen sich ausgebeutet fühlen, wenn sie einen großen Teil ihres Lohns für die Rente der Alten abgeben müssen. Zumal unsicher ist, ob sie später auch so viel bekommen. Dritte Möglichkeit: Die Menschen gehen später in Rente und zahlen somit länger ein .

Die großen Parteien SPD und CDU/CSU haben sich vor einigen Jahren darauf geeinigt, es mit der dritten Möglichkeit zu versuchen. In den nächsten Jahren sollen die Menschen schrittweise länger arbeiten, bis sie mit 67 Jahren in Rente gehen.

Im Moment arbeiten jedenfalls die Männer in Deutschland offiziell, bis sie 65 Jahre alt sind. Tatsächlich hören aber schon heute viele früher auf zu arbeiten. Manche werden krank , andere einigen sich mit ihrem Unternehmen auf einen früheren Ausstieg und nehmen dafür in Kauf, weniger Rente zu bekommen. Ob das höhere Rentenalter also reicht, um die Rente zu retten?

Viele Menschen sorgen lieber selbst vor. Manche Leute kaufen auch ein Haus, das sie abbezahlen, bevor sie selbst in Rente gehen. Im Alter sparen sie dann die Miete. Man kann auch bei den Banken Geld ansparen, sodass man am Ende (hoffentlich) mehr herausbekommt. Der Staat fördert diese Vorsorge, indem er auf die Sparsumme noch Geld oben drauflegt – das ist die "Riester-Rente", die so heißt, weil sie von Walter Riester erfunden wurde.

Menschen, die nicht in einem Unternehmen angestellt sind, sondern selbstständig arbeiten, etwa als Handwerker oder Anwälte, müssen nicht in die Rentenkasse zahlen. Sie müssen sich selbst darum kümmern , dass sie im Alter genug Geld haben .