Baschi hat es geschafft. Mit erst 24. Sein Song Bring en hei ist die inoffizielle Hymne der Schweizer Fußballnationalmannschaft und die erfolgreichste Pop-Single aller Zeiten eines Schweizer Musikers; 100 Wochen war das Lied in der Hitparade. In nur sechs Jahren wurde aus Sebastian Bürgin, Kandidat in der Casting-Show Musicstar, der Popstar Baschi. Er ist ein Liebling der Medien und Schwiegermütter, ein Basler James Dean im Taschenformat. Wild, aber umgänglich. Großmäulig und trotzdem nahbar.

Doch der Schweizer Musikmarkt ist klein. Zu klein für einen wie Baschi. Er will mehr, will nach Deutschland, ein Millionenpublikum erobern. Auf großer Fahrt sollte es heißen, sein Album für den deutschen Markt. Aber wie für Generationen von Schweizer Popmusikern vor ihm gilt auch für Baschi: hierzulande ein Star, in Deutschland ein Niemand.

Dabei machten Baschi und sein Förderer Hank Merk alles richtig. 2008 klopfte Merk, Marketingchef beim Schweizer Ableger des Plattenlabels Universal, bei seinen deutschen Firmenkollegen an. Die suchten einen Song für die Fußballeuropameisterschaften in der Schweiz und Österreich. Singen sollte den der Blödel-Komiker Oliver Pocher. Und tatsächlich, Baschi konnte die deutschen Label-Manager begeistern. Aus Bring en hei wurde Kommt, bringt ihn heim!. "Obwohl ich aufgrund des Schwyzerdütschs inhaltlich so gut wie nichts verstehen konnte, berührten mich die Songs", sagt Hannes Cordes, der bei Universal Deutschland die einheimischen Künstler betreut. "Die tiefe, rauchige Stimme von Baschi hat etwas Besonderes."

Baschi und sein Umfeld witterten Morgenluft. Sie wollten den Deutschen zeigen, dass sich auch mit Schweizer Pop Kasse machen lässt. Der Sänger übersetzte die Songs Diis Lied und Irgendwie Wunderbar ins Schriftdeutsche. Plattenmanager Cordes meinte: "Sein leichter Schweizer Akzent hat das gewisse Etwas." Damit sollte der Schweizer in Deutschland punkten.

Ein halbes Jahr verbrachte Baschi mit namhaften Musikproduzenten in Berliner Aufnahmestudios. Seine neuen Ziehväter hatten bereits für Udo Lindenberg oder die Teenie-Band Tokio Hotel gearbeitet. Der Erfolg war garantiert. Prompt fand die erste Single Anklang beim deutschen Publikum. Unsterblich lief im Abspann des Erfolgsfilms Zweiohrküken von Til Schweiger und landete auf Platz 31 der deutschen Charts. Baschi jubelte. Doch dann passierte – nichts mehr. Obschon alle Songs im Kasten waren, das Album sogar einen Namen hatte (Auf großer Fahrt).