Gibt es etwas Romantischeres als einen Urlaub im Schnee mit dem Menschen, den man liebt, auf einer Hütte aus Holz, draußen in den Bergen? Ja, gibt es. Alles ist romantischer als das. Das Problem an der Hütte ist: Sie ist zu groß für zwei. In eine Skihütte müssen immer mindestens drei oder vier Paare rein, damit sie voll und bezahlbar wird. Aber so viele befreundete Paare in einer Hütte, das hat der liebe Gott nicht gewollt. Jedenfalls hat er nie gesagt, dass er es will.

Es müssten sämtliche romantischen Hütten der Alpen folgenden Spruch über dem Portal tragen: "Betritt dieses Haus nie mit anderen Pärchen. Jedenfalls nicht länger als zwei Tage am Stück, und selbst das kann schon zu viel sein."

Im letzten Winter fuhr ich nach Vorarlberg. Mit Partnerin und drei befreundeten Paaren. Auf der Hinfahrt. Auf der Rückfahrt war ich froh, dass wenigstens die Beziehung zu meiner Freundin gehalten hatte.

Genau genommen hatte ich den ersten Freund schon verloren, da waren wir noch gar nicht losgefahren. Weil ich nicht wusste, dass er überhaupt auf Skiern stehen kann, hatte ich ihn nicht gefragt, ob er mitkommen will. Und als er davon hörte, dass wir fuhren, fragte er mich, ob wir die Hütte nicht noch mal umbuchen könnten. Ich hatte vier Nächte im Internet damit verbracht, die schönste Almhütte Vorarlbergs zu finden, gebaut 1690, inzwischen sogar mit Warmwasser und Bad. Ich hatte fest gebucht. Ich wollte nicht noch mal umbuchen. Ich schrieb es dem Freund und schickte ihm ein paar Links zu Gasthöfen, die vielleicht noch Zimmer hätten, ganz in der Nähe. Er schrieb eine E-Mail zurück. Ich schrieb eine zurück. Danach schrieben wir uns keine E-Mails mehr.

War ein guter Start für den Urlaub. Mein nächster Fehler: Ich habe selbst das Zimmer mit Blick auf den Berg bezogen (das darf man nie, wie dumm kann man sein?).